Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.

Der EVVC repräsentiert über 560 Veranstaltungszentren, Kongresshäuser, Arenen und Special Event Locations in Europa. Veranstaltungsplaner und Zulieferbetriebe ergänzen das Spektrum und machen den EVVC so zum vielseitigsten Netzwerk der Branche.

13.03.2010 | 14:17 Uhr | Sie befinden sich hier: Aktuelles
<b>Joachim König, Präsident</b>

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde des EVVC,

nach dem kürzlichen, heftigen und intensiven Rauschen im Blätterwald und auf allen anderen Medienbühnen wissen wir es nun ganz genau. Unternehmen, Verbände und Einzelpersonen geben unseren Parteien Spenden und häufig stehen Spenden und Sachthemen auch in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit der Meinungsbildung der verschiedenen Parteien. Dies erfolgt - je nach Couleur und Parteiprogramm - so, dass sich die richtigen Partner finden. War das jetzt wirklich und ehrlich für uns alle neu? Oder ist es nicht ein wenig heuchlerisch, Parteispendenmöglichkeiten, in der Form wie es in unserer Demokratie erlaubt ist, zuzulassen und gleichzeitig entrüsteten Theaterdonner abzulassen, wenn sich dann die Dinge so finden wie man es erwarten durfte.

Meiner Ansicht nach wird es vielmehr klar, dass Einflussnahme, Wahrnehmung mit Mitsprache auf der politischen Bühne abhängig von verfügbaren finanziellen Mitteln sind. Hier ist unsere Veranstaltungsbranche klar im Nachteil. Wir können nur nach dem gerne von Instanzen, die über nicht ausreichende Mittel verfügen, genommenen Sinnspruch verfahren: "Arm aber kreativ".

Dies wollen wir sein und haben aus diesem Grund für das Jahr 2010, gleich zu Jahresbeginn, intensiv die Schwerpunkte der Lobbyarbeit mit unserem Hauptstadtbüro und unserem Repräsentanten Herrn Dr. Koch vorbesprochen. Neben den klassischen Hausaufgaben der Kontaktaufnahme mit den neu gewählten bzw. wiedergewählten Ansprechpartnern haben wir uns hierbei für den Zeitraum 2010, aber natürlich auch darüber hinaus, insbesondere die Themen Arbeitszeitordnung durch Anpassung und Flexibilisierung für unsere Branchenbedürfnisse vorgenommen. Daneben möchten wir durch die intensive Möglichkeit, die uns mit unserem neuen Green-Globe EVVC-Zertifikat zufällt, deutlich machen, dass Erkenntnisse aus diesem Zertifikat, in Form von Renovierung- und Erneuerungsbedarf, förderfähig und auch berechtigt sind. Die Sanierungsstaus in unseren in der Regel im Kommunalbesitz stehenden Häusern sollten zumindest ein Nachdenken bezüglich entsprechender Förderprogramme für ökologische Sanierungen im energetischen, aber auch in anderen Bereichen sein.

Ebenfalls möchten wir gern problematisieren und thematisieren, dass eine fortwährende Diskussion um die Beiträge, die wir für die Wahrnehmung unserer Aufgaben im kulturellen und im Wirtschaftsförderungsbereich benötigen, zukünftig nur dann zielführend zu diskutieren sein werden, wenn es auch Bereitschaft gibt neuen Konzepten und Ideen Rechnung zu tragen. Wenn die erkennbar in den nächsten Jahren, wahrscheinlich sogar Jahrzehnten, völlig klammen Kassen der Kommunen keinerlei Spielräume mehr aufweisen, dann sollte man darüber nachdenken, ob es nicht wenigstens in anderen Bereichen Chancen der betriebswirtschaftlichen Verbesserung für unsere Branche gibt. Spontan ließe sich hier meiner Ansicht nach, über Themen wie eine Kongresstaxe nachdenken. Warum sollte es nicht möglich sein, wie in vielen Kurorten in Deutschland, aber auch international, insbesondere in den Vereinigten Staaten, von den Teilnehmern an Veranstaltungen Beiträge zu erhalten, die für die Infrastruktur, einschließlich des Betriebs des Kongresszentrums, eingesetzt werden. Warum sollte nicht aber auch darüber diskutiert werden, ob es nicht mindestens genau so sinnvoll ist, für die Mietdienstleistungen von Veranstaltungszentren einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz anzusetzen, wenn dies für die Hotellerie möglich war. Hier könnte zumindest für einen großen Teil unserer Häuser eine Erleichterung in den Budgets bemerkbar werden.

Da wir diese Themen nicht durch begleitende finanzielle Unterstützung von Meinungsbildnern auf den Weg bringen können, bleibt uns nur, intensiv und kreativ für unsere Sache und für die Interessen unserer Branche zu arbeiten.

Wir freuen uns darauf, dies gemeinsam mit Ihnen allen zu tun. Bleiben Sie uns wohl gesonnen.

Herzlichst Ihr

Joachim König
Präsident

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