Eine besorgte Frage bewegt zur Zeit die Gemüter in unserem Vaterland: „Kommt sie nun, oder kommt sie nicht?“ Damit ist aber nicht die „K“-Frage gemeint, und ob nun sie oder er schlussendlich, sondern etwas wirklich Unabwendbares, wenn es denn kommt, nämlich, na ja, Sie wissen schon, das H1N1- Virus und seine voraussichtlich panepidemischen Folgen. Hastig werden Impfstoffe entwickelt (auf einmal tut die berüchtigte Pharmaforschung doch etwas Gutes), die ersten Versuchspersonen sind noch nicht bettlägerig, ab Herbst rechnen die Apotheken mit einem Run vorsorgewilliger Impflinge, Politiker und Krankenkassen ringen mit geschulten verbalen Untergriffen um Antwort auf die simple Frage „Wer soll das bezahlen?“. Und wenn ja, was kommt überhaupt (noch) auf uns zu?
Angesichts dieser quälenden Ungewissheit findet eine Meldung, die nur kleinspaltig Eingang in die deutschen Medien gefunden hat, nicht gebührend Beachtung, obwohl sie uns Vorbild sein könnte.
Im Madrider Vorort Alcobendas, der unter seine schönen Töchter immerhin Penelope Cruz zählen darf, hat ein findiger Gastwirt proaktiv die Initiative ergriffen und sein Etablissement „Silk&Soya“, ein nobles In-Lokal (auch für Firmenempfänge und Präsentationen geeignet, www.silkandsoya.es ), zum weltweit ersten „Anti-Schweinegrippe-Restaurant“ umfunktioniert. No, no, kein Ettikettenschwindel, sondern hochprofessionell bis ins kleinste hygienische Detail ausgefeilt. Also, als erstes werden die Tische in größerem Abstand aufgestellt, um Viren den Flug von Gast zu Gast zu verleiden. Die Speisekarte erhält, bevor sie dem Ankömmling ausgehändigt wird, jedesmal eine neue Plastikhülle (die vom Vorgast benutzte und eventuell infizierte wird fachmännisch entsorgt). Zwar müssen die Kellner nicht mit aufgesetztem Mundschutz agieren, aber ein freundliches Händeschütteln der Stammgäste beim Eintritt und Küßchen rechts und Küßchen links unterbleiben bis auf weiteres. Wie überhaupt das Personal eine umfassende Grippe-Vermeidungs-Sanitär-Unterweisung erhält, auf die es ausdrücklich verpflichtet (und kontrolliert) wird. Ein eigens aus Fachleuten einschlägiger Behörden und Institutionen zusammengesetztes Komitee hat das zugehörige Protokoll ausgearbeitet. Auf dessen Empfehlung werden deshalb auch die Türen zu den Waschräumen ausgehängt, weil die Türklinken von vielen ungewaschenen Händen niedergedrückt sich als besonders lebhafte Virenübertragungsplätze erweisen.
Was sagt uns das? Da auch wir in unseren Hallen es mit vielen Menschen zu tun haben, sind jetzt Kreativität und Initiative gefragt, um mit einem schonungslos ehrlichen aber wirksamen Anti-Viralen Marketing zu punkten.
Wer ganz ausgefuchst vorgehen will, dem empfiehlt sich die Seite www.gesundheitsamt-bw.de/Fachpublikationen, woselbst er sich
aktualisierte Module des "Handbuch Betriebliche Pandemieplanung, Version 2.2B" downloaden kann.
gaida@gaidaconsult.de




