Es ist schon ein Kreuz! Da vermeint man, es könnte der Jahreszeit angemessen etwas beschaulicher werden, wenngleich natürlich wegen Euro- und Klima- Gipfelrettungs-versuchen (bei letzterem haben unsere Kollegen vom Internation Convention Centre in Durban vorbildlich an der Front gestanden) eine gewisse innere Unruhe bleibt. Völlig unvermutet schreckt jetzt die unglaubliche Nachricht auf, 2.500 Tonnen (Wert 220 Millionen Euro) Bio-Nahrungsmittel aus Italien seien in Wirklichkeit und bei amtlicher Nach-Nachprüfung gar keine gewesen (F.A.Z. v. 9.12.11)! Einige Partien davon sollen auch in Deutschland an den Mann bzw. die Frau, oder gender-neutral ausgedrückt, unters Volk gebracht worden sein.
Ein Drama antiken Ausmaßes tut sich auf. Weil der Verbrauch von Bio-Produkten in den vergangenen zehn Jahren in unserem Heimatland um 300 Prozent, die erforderlichen Bio-Anbauflächen aber nur um 180 Prozent gestiegen sind, müssen erhebliche Mengen aus anderen Ländern eingeführt werden. Das wiederum kann doch nichts anderes heissen, als dass die bewusst ökologisch erzeugten Waren reichlich mit ökologisch unakzeptablen Transport-CO2-Partikeln behaftet sind. Um diesen alarmierenden Missstand zu verhindern, gibt‘s nur eins für uns: bio und regional ganz eng und nachhaltig zu verbinden und entschlossen zu handeln. Unsere Kollegen aus der weltweiten Hotellerie zeigen uns da mit bewundernswerten Initiativen den Weg voraus.
Verschiedene Häuser der Fairmont-Gruppe, zum Beispiel, haben exklusive Patenschaften mit Landwirten aus der näheren Umgebung für Kühe (Milch) oder Schweine (Fleisch) vereinbart. Das Fairmont Newport Beach California unterhält eine eigene Ziegenzucht (Käse), die der Hoteldirektor persönlich kontrolliert. Und das legendäre Le Chateau Frontenac in Quebec mit der atemberaubenden trutzigen Architektur hat auf seinem Grundstück, in gleichem Baustil, versteht sich, sogar einen Hühnerstall (Eier), aufgestellt, der verzückt von den Hotelgästen in Augenschein genommen wird. Zahlreiche Hotelanlagen geben Bienenvölkern (Honig) Heimat und ziehen daraus Nutzen. So das Toronto Fairmont Royal York, das seinen Waben-Ertrag an die benachbarte Miller Street Brauerei abgibt. Das damit gebraute Honig-Bier ist für beide eine schöne. nachhaltig sprudelnde Geldquelle (www.fairmont.com).
An der Spitze liegt momentan ohne Zweifel das Radisson Blu Park Hotel&Conference Centre Dresden Radebeul (450 Zimmer, Tagungskapazität bis 1.100 Personen; www.parkhotel-dresden.com). Es hat auf einer Dachfläche von 1.000 Quadratmetern seinen eigenen Weinberg angelegt und in diesem Jahre die erste – eigenhändige – Weinlese ausgeführt. (Sorry, nix Erderwärmung, in diesem Teil des Elbe-Tals gibt es den Weinbau schon seit 850 Jahren). Demnächst wird der ausgebaute Dach-Wein (Rebsorte: Phoenix, winterfrostfest bis -20° Celsius) auf Flaschen gezogen.
Wie auch immer, Kreativität ist gefragt. Aber daran wird es uns doch nicht mangeln.




