Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.

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21.05.2012 | 21:14 Uhr | Sie befinden sich hier: Aktuelles | Aufgeschnappt | Artikel: Gaidas Gast-Kommentar: Knips

Gaidas Gast-Kommentar: Knips

Knips! – Und es ward Licht; so einleuchtend einfach beschrieb der russische Revolutionsdichter Wladimir Wladimirowitsch Majakowski in einem enthusiastischen Gedicht die Nützlichkeit der Elektrizität für die Gestaltung der Zukunft. Inzwischen ist sie für uns selbstverständlich geworden, leider aber in jüngerer Zeit arg ins Gerede gekommen. Seitdem sich das Augenmerk aller fest auf die erneuerbaren Energien richtet, ist das physikalische Gesetz, wonach, wenn vorne aus der Steckdose Strom rauskommen soll, erst hinten welcher rein muss, nicht mehr unkritisch akzeptierbar. Deshalb sollten wir, bevor die angesagten Gipfeltreffen zwischen Politikern und Konzernen zu einer Energiewende führen, pro-aktiv tätig werden. Mit Energiesparlampen allein ist es aber nicht getan, nur eine autarke Hallenenergieerzeugung kann die richtige Entscheidung sein.  

Einige Kollegen haben schon verstanden und den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Aber auch für diejenigen, deren Hallendachstatik ausgreifende Sonnenkollektoren nicht zulässt, bei denen Erdwärmebohrungen ohne Erfolg blieben, selbst ein handliches Blockheizkraftwerk für die Keller  zu groß, der Platz hinter der Halle für die Errichtung einer eigenen Biogasanlage aber zu klein ist, können zukunftsweisende Initiativen ergreifen. Die Hannover Messe, mit über 6.000 Ausstellern die weltweit größte Industriemesse,  bot in diesem Jahr eine überwältigende Fülle von überschaubar und kostengünstig zu realisierenden technischen Lösungen. Wir müssen da mutig ungewohnte Wege gehen.
       
Es muss ja nicht gleich ein 75 Meter hohes Windrad sein, dessen sich das Messe- und Congress Centrum in Toronto als Pionier rühmt. Im Trend liegen Kleinwindanlagen (vgl. GGK im EVVC-Newsletter April und August 2009), die überall aufgestellt werden können. Inzwischen gibt es auch einen Bundesverband Kleinwindanlagen (www.bundesverband-kleinwindanlagen.de ), dessen Tagungen und Kongresse gut in die Hallen der AG I passen, dereinst sicher auch in die großen der AG III aufrücken werden. Einfach in Betrieb zu  nehmen sind  die mobilen Solaranlagen, also da, wo sie gerade gebraucht werden, in High-Tech-Ausführung sogar mit einer Automatik, die sie einschaltet, wenn die Sonne wieder scheint. Hochinteressant ist auch der RILO-Energiefächer, ein innovativer Absorber mit einem Höchstmaß an Energieeffiziens. „Er braucht keine Sonne, er braucht keinen Wind, er braucht nur Wetter … egal welches“  verblüfft die Firma (www.volksheizung.info). So wird man überzeugend zum „Key-Nachhaltigkeitsplayer“ (Green Building Summit ).

Ultimativ für uns Hallen, in denen sich ja viele Menschen aufhalten und bewegen, ist aber eine sensationelle Erfindung kanadischer Wissenschaftler, über die schon 2008 die renommierte Fachzeitschrift „Science“ (Band 319, S. 807) berichtete, die aber bisher und zu Unrecht wenig Beachtung gefunden hat: der Kniegelenk-Generator, ein Gerät, das beim Laufen „mechanische in elektrische Energie umwandelt“ (FAZ, 13.02.2008). Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich, denn das kleine biomechanische Kraftwerk, bei Eintritt am Knie der Veranstaltungsteilnehmer unauffällig angebracht,  erzeugt durch Bewegungen, etwa in der Kaffeepause, beim Networking oder beim Übergang zu Break-Out-Meetings so viel elektrische Energie, dass Handys, Notebooks, Tablets und sogar Headlights versorgt werden können. Die Saalbeleuchtung kann ausgeschaltet bleiben, die Halle spart Stromkosten, über-schüssige Energie darf ins eigene Netz  oder sogar das der örtlichen Stadtwerke abgegeben werden, die Einspeisevergütung ist sicher, die Halle macht Gewinn. Knips.

gaida@gaidaconsult.de