Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.

Der EVVC repräsentiert über 600 Veranstaltungszentren, Kongresshäuser, Arenen und Special Event Locations in Europa. Veranstaltungsplaner und Zulieferbetriebe ergänzen das Spektrum und machen den EVVC so zum vielseitigsten Netzwerk der Branche.

21.05.2012 | 21:14 Uhr | Sie befinden sich hier: Aktuelles | Aufgeschnappt | Artikel: Gaidas Gast-Kommentar: Heartbeat

Gaidas Gast-Kommentar: Heartbeat

Und da war sie wieder, die IMEX 2010 auf der Messe Frankfurt vom 25.-27. Mai, der „Herzschlag“ einer außergewöhnlich dynamischen, innovativen und rührigen Branche, wie ihr Schöpfer, der unermüdliche Ray Bloom, sie nennt. Über 3.500 Aussteller aus 130 Ländern, allein Deutschland auf dem aus- und einladenden GCB-Areal mit 190 „Anschließern“, waren dabei; die Konkurrenz schläft nicht. Wie immer ein buntes Bild, ein geschäftiges Treiben auf den Gängen, ja, und auch auf den Ständen, den meisten jedenfalls. Gleichwohl machten viele Kollegen diesmal ein angespanntes Gesicht wie „unser“ Jogi Löw vor der Kamera bei der Ankündigung eines neuen Mannschaftsproblems.
Die Themen in den Gesprächen aber auch in der einen fast erschlagenden Vielzahl von Seminaren, Workshops und Power Sessions des begleitenden Education-Programms kreisten daher um eine geballte Ladung von Fragezeichen:

- Der Markt, die Kunden, verändern sich schneller als wir es häufig wahrnehmen, wie schnell muss sich die Branche verändern, um nicht hinterherzulaufen – und wohin? - Wenn immer mehr „harte“ Faktoren wie Kostensenkung und der legändere „Return on Investment“  bei den Nachfragern ausschlaggebend sind,  würde mehr Transparenz bei der Preisstruktur der Anbieter, also Hallen, Kongresszentren, Hotels, ihre Verhandlungsposition stärken?
 - Die Branchenprofis haben schnell und clever auf die Vulkanaschefolgen reagiert und viele Veranstaltungen „retten“ können; „Hybrid-Meetings“, sowohl face-to-face unter denen, die da waren, als auch zeitgleich  virtuell mit denen, die verhindert sind, ist das neue  Schlüsselwort. Aber wenn sich ähnlich scharfe Einschnitte und Bedrängnisse wiederholen, wie muss in Zukunft Plan B, C oder D aussehen? Wer arbeitet jetzt schon daran, um nicht überrascht zu werden?  - Und dann diese allgegenwärtigen wie in einem Zauberkessel wabernden Blog-Facebook-Twitter-Social-Media Visionen (Green Meetings  und CSR sind dagegen wie Schnee von gestern); ist der Zug schon abgefahren? Soll man noch aufspringen oder doch warten, bis er vorbei ist? Denn was kommt danach?
Bewundernswert selbstsicher wandelten dagegen in missionarischem Eifer zwei Brancheninsider durch das IMEX-Netzwerk. Rohit Talwar, Global Futurist, projizierte die ersten Ausblicke einer u.a. von ICCA und IMEX geförderten Studie auf den Kongressmarkt im Jahre 2020 (seine Firma nennt sich sinnigerweise Fast Future Research). Und der Belgier Maarten Vanneste propagierte erneut sein Manifest Meeting Architecture. Quintessenz: Meetings sind Investition, Tourismus ist Konsum, will sagen, bisher haben wir uns um die Veranstaltungsabläufe (Infrastruktur, Logistik, Technik) gekümmert, in Zukunft muss der Inhalt, das Design, der Wert einer Veranstaltung im Vordergrund stehen, damit Veranstalter und Öffentlichkeit die große Leistung, die dahinter steht, richtig erkennen und anerkennen. Und er schlägt vor, neben der sicher unschätzbaren Praxis, die wir alle haben, eine breite, zahlreiche andere Branchen und Wissenschaften einbeziehende Theorie zu entwickeln, die als Ausbildungsgrundlage für künftige Veranstaltungsprofis dienen soll. In dem vorgelegten Plan kommt immerhin zweimal Humor als Lehr- und Lernstoff vor, und den können wir immer gut brauchen.

„Mutti, warum weint der Mann?“ – „Das ist ein Social-Media-Berater, und sein iPhone-Akku ist leer, jetzt guck woanders hin!“ (http://twitter.com/Steffenmeier 23.05.)

gaida@gaidaconsult.de