November, nass, kalt, neblig, trüb, eine Zeit, um nach dem ständigen Auf und Ab der vergangenen Monate etwas ruhiger zu werden, ja, mit seinem Denken und Tun einmal innezuhalten. Und man beginnt zu überlegen, ob es denn mit allem um uns herum so seine Richtigkeit hat. Anlässe gibt es genug.
Zum Beispiel, wenn unser örtlicher Bäcker - er nennt sich jetzt „Brotmeisterei“ - seine im Elektroofen lecker gebackenen Backwaren CO2 umweltbewusst verpackt, weshalb schon morgens in aller Herrgottsfrühe knallige Lettern auf dem Papier verkünden: „Ich bin eine klimaneutrale Tüte!“ , dann merkt man doch ganz innerlich, wie ernst es um uns bestellt sein muss. Wir werden deshalb mit unseren Centrums-Initiativen mächtig Schritt halten müssen.
Hatte doch schon Christian Morgenstern (1871-1914) erkannt, dass selbst ein Butterbrotpapier denken kann
„… und zwar, versteht sich, nicht bloß so
vom Himmel droben irgendwo,
vielmehr infolge einer ganz
exakt entstandnen Hirnsubstanz“
Wie schön daher für uns zu wissen, dass jeder Biss ins Marmeladenbrötchen dazu beiträgt, durch den damit verbundenen Ankauf von Emissionszertifikaten in Uganda einen Wald aufzuforsten, wie der einfühlsame Tütentext erläutert. (www.climatepartner.de , IKS-Nr. 112-53348-0311-1358).
Aber auch auf anderen Gebieten ist es geboten, das hektische Drängen nach mehr, größer, weiter zu zügeln. Was haben wir von 800 Millionen „gefällt mir“-Buttons weltweit, wenn wir damit unser Kundenpotenzial im Hallenumkreis kaum erreichen? Wie hoch ist die Responsequote wirklich? Da sind die alten, wenngleich langsameren, Instrumente der Kommunikation nicht zu unterschätzen. Das kann zum Beispiel Harold Hackett aus dem Fischerort Tignish in der kanadischen Provinz Prince Edward Island bestätigen. In den vergangenen 15 Jahren hat er 4800 Briefe als Flaschenpost in den Atlantik geworfen und bisher mehr als 3000 Antworten aus aller Welt erhalten (62,5%!). Einen Computer hat er nicht, aber, so sagt er, die Flaschenpost – er benutzt aus ökologischen Gründen nur Fruchtsaftflaschen – ist „ein bisschen wie E-Mail-Schreiben“ (SZ 30.09.11).
Nun ja, für viele von uns ist es bis zum Meer vielleicht etwas weit. Aber es sollte uns zu denken geben, ob wir unsere Ziele nicht auch auf anderen Wegen als bisher erreichen.




