Es hätte auch ein ganz anderes Thema sein können. Aber selten hat ein Mensch mit seinem Tod weltweit in den Medien so ein grosses Ausrufungszeichen gesetzt wie Mr. Apple, Steve Jobs. Appleenthusiasten in Tokio und Sydney, die stundenlang vor der Ladentür warteten, um das neue i4S zu ergattern (mehr als eine Million Geräte wurden in 24 Stunden online verkauft), hielten Fotos und Blumen in Händen (man sagte, das 4S bedeute in Wirklichkeit „for Steve“).
Dieser globalen Gefühlsaufwallung also können auch wir uns, obwohl überwiegend doch eher Microsofties, nicht verschließen.
Dabei geht es nicht um das Feuerwerk technischer Innovationen Schlag auf Schlag – es ist erst 13 (nur dreizehn!) Jahre her, als der erste iMac auf den Markt kam -, sondern um die Person. Gegen alle „goldenen“ Marketing- und PR-Regeln, folgten die Produktpräsentationen und Pressekonferenzen einem einfachen Schema: minimal in der Darstellung, knapp in der Aussage, aber perfekt inszeniert. Nicht in Nadelstreifen und Krawatte mit Brimborium und Ohei drum herum, sondern Rollkragenpulli, Dreitagesbartstoppeln, aber die Neuheit wie eine Hostie vor der Gemeinde hoch in Händen haltend, die hernach regelmäßig auf die Knie sank. Neben Know-how, Erfahrung, Kreativität, Feeling und, ja, auch „Ellenbogen“ (Shakespeare: Macbeth), den Erfolg bündelnd: Charisma. Das Geheimnis, mit dem die Aura des Erfolgs auf das Produkt oder die Leistung übertragen wird.
Und mehr noch. Es heißt sein Credo für die Firma sei gewesen: kein Bürokratiesand im Getriebe, sich auf die Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung der Teams stützen, und nur Mitarbeiter einstellen, die mit Leidenschaft (!) bei der Sache sind. „Think different“, anders als die anderen denken, war ein Werbeslogan für Apple-Computer 1999, und, höchste Konzentration selbst auf das kleinste Detail; man kann es am Design erkennen. - Ein Mensch, der auch uns im Event- und Centeralltag einiges zu denken gibt.




