Im Frühling, zur schönen Maienzeit, wenn die Natur sich anschickt, den Tisch für uns Menschen und für die Kreatur in Wald und Flur neu und üppig zu decken, ist es angebracht, ein prüfendes Auge auch auf das Speise- und Getränkeangebot in unseren Hallen zu werfen. Die liebevollen Hinweise auf die zusatzstoffvorschriftenkonforme Verwendung von Antioxydationsmitteln oder Stabilisatoren in so manchen dem Gast appetitlich servierten Gerichten ist ja schon zur Routine geworden, die kein Alleinstellungsmerkmal im Hallengastromarketing darstellt. Und die Angabe des jeweiligen Cholesterin- oder Kaloriengehalts auf der Speisekarte, hat, trotz der anhaltenden Übergewichts- und Fettleibigkeitsentwicklung in der Bevölkerung, noch keine weite Verbreitung gefunden. Mit einem traditionellen Zigeunerschnitzel wird der Gastronom wegen der delikaten Bezeichnung – trotz seiner political courageousness - auf Dauer nicht reüssieren können. Und das örtliche Leitungswasser anstelle von kommerziellem Mineralwasser (H2CO3 ist nicht das vermaledeite CO2) in Kongresspausen auszuschenken, ist ja ein alter Hut, sinnbildlich.
Mit mehr ökotechnisch basierten Meldungen, wie zum Beispiel unlängst vom Kongress- und Ausstellungszentrum Suntec in Singapur, wo man im vergangenen Jahr 15.200 Liter Öle und Fette aus der Küche zu Biodiesel recycelt hat, statt sie, Gott behüte, direkt abzuleiten, wodurch 304 Millionen Liter Wasser kontaminiert worden wären, wird man hungrige Gäste nicht unbedingt zufriedenstellen. Und selbst im Werbetext eines mehrfach prämierten Event-Caterers: „Zu den maßgeschneiderten Nachhaltigkeitskonzepten von … gehören regionale Produkte, die - wenn möglich - rein biologisch angebaut werden, sowie Waren und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung“ springt, bei allem Respekt, der Funke ökologischer Begeisterung auch nicht gerade über.
Nein, es kommt mehr als bisher darauf an, die Performance der Gastronomen und Caterer in unseren Hallen dem rasanten Wandel bei den Wünschen und umweltbewussten Ansprüchen unserer Gäste präzise anzupassen. Vollwertkost, Trennkost, Vegetarier, Veganer, Fruitarier, Functional-, Molekular- oder Fusion Food, lactosefrei, glutenfrei, genfrei, in Zukunft auch klonfrei, sind nur einige der aktuellen Green-Eating-Trends, die beachtet werden müssen, wozu durchaus auch das Angebot eines deutschen Tofu-Herstellers aus der Eifel mit über 60 verschiedenen Varianten (O-Ton: „Tofu is a love letter to your body“, www.tofutown.de) gehört.
Wenn schon ein Gartencenter für unsere kleinen Heimtierlieblinge sorgfältig ausgewähltes „Original Bio-Bergwiesenheu“ bereit hält, dann sollten wir mit unserer Küchen-Kreativität mithalten können.




