Man wird ja den Gedanken nicht mehr los. Zum einen erinnert heuer das Gegenteil vom ehemals zu dieser Jahreszeit als sommerlich sonnig-warm empfundene Wetter regenfeucht an K-Wandel und E-Wende. Zum anderen bietet auch das Streifen durch die heimatlichen Fluren hinreichend optische Impulse. Denn auf den Hügeln nah und fern beleben momentan deutschlandweit 23.917 Windenergieanlagen (WEA) das stupende Bild, und es werden ständig mehr. Jedoch, 23.917 Türme mit Dreiblattrotoren bedeuten lediglich 71.751 Rotorblätter im Wind. Und als Wanderer urlaubsbeschwingt fragt man sich sinnend, ob denn solch eine Vergeudung von Ressourcen nicht techno- und öko-logisch optimiert werden könnte.
Würden zum Beispiel auf jedem Turm - 150 Meter Nabenhöhe sind jetzt schon möglich - zwei Dreiblattrotoren übereinander angebracht, gäbe es auf einen Schlag und an Ort und Stelle 71.751 Rotorblätter mehr, insgesamt also sage und schreibe 143.502. Bei jeweils rund 10.000 Quadratmeter Rotoroberfläche könnte man prüfen, ob sie nicht auch noch mit Solarzellen belegt werden. Die Energieausbeute wäre noch größer, denn wenn der Wind weht, scheint auch mal die Sonne, oder umgekehrt. Und bei so gewonnenen rund 460.000.000 Photovoltaikquadratmetern könnte mancher Solarpark auf dem Acker in der Nachbargemeinde nicht mithalten.
Zwar sind noch nicht alle Regenwälder karbonfrei aufgeforstet, aber es wäre doch zu überlegen, ob wir nicht eher in einen solcherart optimierten Kombi-Wind-Solar-Park investierten. Außer der Netzeinspeisung (inkl. Vergütung) wäre der Nutzen vielfältig.
Schon zeigen erste avifaunistische Forschungsergebnisse, dass eine violette statt bisher verbreitet grau-helle Farbgebung der WEA den damit verbundenen beklagenswerten Vogel- und Fledermausschlag dramatisch reduzieren würde. (http://news.bbc.co.uk/earth/hi/earth_news/newsid_9067000/9067721.stm)
Warum also nicht die Türme prominenten Künstlern zur farblich-kreativen Gestaltung überlassen? (Schließlich hat kein geringerer als der grosse Friedensreich Hundertwasser schon mal einen abscheulich konventionellen Kraftwerksschlot verschönert). Und quasi als Nachweis eines ROI für unsere Stadtväter könnten wir auch Flächen als weit sichtbare Werbeträger vermieten – nachts beleuchtet, denn Strom ist ja vorhanden -, oder selbst für unsere Botschaften nutzen, etwa
„Green Energy for Green Meetings“, oder etwas progressiver
“Entertainment with Sustainment”, oder
“Energize your Event”, oder einfach knackig
“Green Events make U happy”.




