Der Himmel über Frankfurts Messehalle 8 strahlte sonnenhell und so auch die Gesichter der MICE-Branchenprofis drinnen. Die Wirtschaftskrise ist allenthalben überwunden, es geht wieder aufwärts im Konjunkturwind, höhere Budgets winken, der Silberstreif voller Tagungsräume am Horizont wird immer greifbarer, hieß es. Der Messe-Katalog, hochglanzbunt, lag mit einem satten Kilo Gewicht schwer in der Hand; allein damit hätte man viele Argumente erschlagen können.
Der Veranstalter, Roy Blum, hyperaktiv und unermüdlich liebenswürdig wie eh und je, verkündete dann auch am Ende voller Stolz: über 3.500 Aussteller aus über 150 Ländern, darunter über 200 deutsche auf dem vom GCB betreuten Areal, nahezu 9.000 Teilnehmer, 57.000 Appointments untereinander, die durch Austausch von über 12.000 Messages – über Social Media selbstverständlich – vereinbart worden sind. Und 3.500 Wissbegierige haben sich bei den angebotenen 90 Seminaren und Workshops eifrig Know-how-Transfer Notizen gemacht, berichtete er. Selten wohl können Rekorde so expressiv bewiesen werden. Jedenfalls, die Branche zeigte wieder einmal wie gut sie ist (ist sie ja auch, nur die Stadtväter- und mütter vielerorts wollen es nicht so richtig wahr haben).
Zu den mit Spannung erwarteten Höhepunkten zählte ohne Zweifel die Präsentation des neuesten Meeting- & Eventbarometer 2011, das vom EITW im Auftrag von EVVC und GCB jetzt zum 5. Male vorgestellt wurde (www.evvc.org).
Überwältigende Kaskaden von Zahlen, dass einem Hören und Sehen vergeht: 2.690.000 Veranstaltungen mit 323.000.000 Teilnehmern. Da fragt sich doch mancher Hallenchef, wo denn sein Stück an diesem großen Kuchen bleibt. Allerdings ist ja auch die Konkurrenz groß: 1.557 Kongress- und Veranstaltungs-Centren, 1.690 EventLocations und dazu noch 3.173 Tagungshotels, summa summarum 6.420, alle mit mindestens einem Raum, der mehr als 100 Teilnehmer fasst. Mit 1 Veranstaltungsstätte auf jeweils 55 qkm bundesrepublikanische Fläche, von Liechtenstein abgesehen, vermutlich die höchste Veranstaltungsstättendichte weltweit; ein weiterer Rekord, der nicht angemessen gewürdigt wird.
EVVC-Präsident Joachim König erläuterte aktuelle Themen, die sich aus den Befragungsergebnissen herauslesen lassen. Green Meetings sind nunmehr in fast (d.h. rund ein Viertel)) aller Munde, sowohl auf Veranstaltungsstätten- wie auf Veranstaltungsplanerseite. Eine „positive Zukunft“ wird dabei von nahezu der Hälfte ausgemacht. „Barrierefreien Angeboten mit integrierten Konzepten“, von König – zu Recht – auf kundenoptimale Qualitätsstandards erweitert, wird in der Branche zunehmend Beachtung geschenkt. Schließlich, nur gut ein Drittel halten die „politische Wahrnehmung der Kongress- und Veranstaltungswirtschaft für ausreichend“ respektive tragen selbst etwas zur Verbesserung bei. Deshalb halten 81,4% „gemeinschaftliche Aktivitäten verschiedener Akteure“ für sinnvoll. Das macht Mut und der geplante „Hauptstadtkongress 2012“ sollte ein nachhaltiges Zeichen setzen.




