Der Energieversorger TelDaFax hat Mitte Juni Insolvenz angemeldet. Das Management hatte sich anscheinend mit Dumpingpreisen verkalkuliert. Besonders günstige Preise räumte TelDaFax denjenigen Kunden ein, die weit im Voraus bezahlten. Verbraucherschützer hatten dabei schon länger zur Vorsicht geraten. TelDaFax hatte die Energiepreise nicht kostendeckend kalkuliert und die Strombelieferungskosten für die Bestandskunden aus den Vorauszahlungen der Neukunden abgedeckt, so Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Das kann auf Dauer nicht funktionieren, insbesondere wenn die Zahl der Neukunden derart einbricht. Wer bei TelDaFax von dem Angebot Gebrauch machte, den Strom billig gegen Vorkasse zu beziehen und dafür die Stromkosten bis zu ein Jahr im Voraus bezahlte, dürfte nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen von seinem Geld nicht mehr viel wiedersehen
Bleibt TelDaFax ein Einzelfall?
Beim Bayreuther Energiedienstleister ISPEX werden Geschäftspraktiken, wie sie bei TelDaFax üblich waren, kritisch gesehen. "Wir vermittelt aus Prinzip keine Kunden an Organisationen, deren Geschäftsmodelle mit den allgemein geltenden energiewirtschaftlichen Regeln nicht in Einklang stehen", betont Dr. Stefan Arnold, Vorstand der ISPEX AG. Dazu gehören seiner Ansicht nach auch die derzeit im Energiemarkt aktiven Energiegenossenschaftsmodelle, die vor allem Gewerbekunden angeboten werden. Dabei müssen Energieabnehmer zunächst Genossenschaftsanteile erwerben, bevor sie vermeintlich günstige Energie beziehen können. "Zieht man die gesetzlich geregelten Preisbestandteile für Netznutzung sowie Steuern und Abgaben ab", rechnet Arnold, "bleibt für den reinen Energiepreis kaum etwas übrig. Da fragt man sich natürlich wie und vor allem wie lange so etwas gut gehen kann. Denn auch die Genossenschaften müssen die Energie auf dem freien Markt zu dem dort herrschenden Preisniveau einkaufen. Zudem sind die oftmals zitierten Bündeleffekte zumindest im Stromeinkauf kaum spürbar."
Welchen Energieversorgern kann man vertrauen?
Unter den bundesweit 1.100 Strom- und 800 Gasanbietern den am besten geeigneten zu finden, ist kein leichtes Unterfangen. Nicht immer ist es der Preis, der zum besten Lieferanten führt. Ein entscheidendes Kriterium sind beispielsweise auch die Vertragsbedingungen, die oft Stolperfallen in puncto Preisstabilität, versteckte Kosten und Mindestabnahmemengen bergen. Diese Punkte werden bei den beliebten Online-Vergleichsangeboten oftmals nicht ausreichend beleuchtet oder verwirren den Interessenten. Abhilfe schafft hier nur die Zusammenarbeit mit unabhängigen Beratern. "Wir wählen die Energieanbieter, mit denen wir zusammenarbeiten sehr sorgfältig aus", erläutert Arnold. "Vorauskasse, Kautionen oder eben solche vorab zu erwerbenden Genossenschaftsanteile fallen gleich durch unser Raster."
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