er Mainzer Dom als eines der historisch wertvollsten Gebäude Europas wurde kürzlich einer kompletten audiovisuellen Neugestaltung unterzogen. Die A/V Installation basiert auf der digitalen Plattform Q-Sys von QSC, die den schwierigen akustischen Rahmenbedingungen in der Kirche entgegenkam.
Rolf Mayer vom Unternehmen IFB Consulting aus Bischofsheim zeichnete für die Planung des neuen Audiosystems verantwortlich.
Die über 1000 Jahre alte romanische Kathedrale misst in der Länge 116 Meter, während die Deckenhöhen zwischen 28 und 54 Meter variieren. Lange Hallzeiten von bis zu 12 Sekunden sind die Folge, was aus akustischer Sicht hohe Anforderungen an das neue System stellte.
Eine optimale Klangqualität für bis zu 4000 Besucher stand bei der Auswahl der passenden Technik im Mittelpunkt, so dass Rolf Mayer der Sprachverständlichkeit oberste Priorität einräumte. Er befürwortete ein digitales Audionetzwerk mit komplexem Routing und einer Signalführung mit geringer Latenz über Standard TCP/IP Hardware. „Bedienungsseitig sollte das System intuitiv und auch von Nicht-Technikern zu bedienen sein. Außerdem hatten wir Logistik und Kabelwege zu bedenken, da Audio und Video speziell in Kirchen eine enorme Flexibilität erfordern.“, erklärt Mayer.
Torsten Haack, Projekt & Sales Manager für Audio Systeme bei Shure Distribution, sah hier die Möglichkeit, die digitale QSC Plattform Q-Sys einzusetzen, da sie über eine Reihe von zentralen Ausstattungsmerkmalen verfügt, darunter eine eindrucksvolle Rechenleistung und eine hohe Anzahl von möglichen Koppelpunkten. Ein weiteres ausschlaggebendes Argument bestand in der geringen Latenzzeit von weniger als 2,5 Millisekunden von jedem Audio-Eingang zu jedem Ausgang.
Die Programmierung des Systems erfolge in Zusammenarbeit zwischen Haack und Mayer sowie Hartmut Tribensky von der ortsansässigen BFE Studio und Medien Systeme GmbH.
Die Installation deckt insgesamt 25 verschiedene Zonen ab, darunter Langhaus, Seitenschiffe, Querhäuser, Kreuzgang, Chorgestühl, Empore und Hochaltar, die Bischofsgruft im Untergeschoss und vier unabhängige Kapellen.
Die Q-Sys Lösung wurde mit einem Core 1000 Prozessor und sechs I/O Frames spezifiziert und installiert. Das System umfasst 56 x 56 Audiokanäle, die vollständig in die neue digitale Umgebung integriert wurde. Die Anbindung der beiden in der West- bzw. Ostkrypta installierten Digitalkonsolen wurde je 8-kanalig via AES-EBU realisiert. Standardveranstaltungen werden mit Touch Panel bedient; bei größeren Veranstaltungen kommen die Mischkonsolen zum Einsatz.
Mayer plante darüber hinaus zwei Q-Sys PS-800H 8-Tasten-Sprechstellen mit Handmikrofon, eine in der Sakristei und eine am Haupttor, dem Zugangspunkt für die Feuerwehr. Diese Sprechstellen mit 240 x 64 LCD-Anzeige sind vollständig mit allen Q-Sys Systemen kompatibel. Als vollständige IP-Teilnehmer übermitteln die PS-800 Sprechstellen Audio und Steuerungsdaten via Netzwerk dem Q-Sys Core. Doppelte PoE-Anschlüsse erlauben die Spannungsversorgung der Sprechstellen und sorgen für Ethernet-Redundanz.
Laut Mayer zeigten sich die Verantwortlichen von der Besucherreaktion hinsichtlich der Sprachverständlichkeit begeistert: „Wir haben es geschafft, im mittleren Abschnitt des Langschiffs eine STI von 0,55 – 0,6 zu realisieren, indem wir jedes Mikrofon innerhalb des Systems individuell abmischen und für jeden Lautsprecher einen eigenen EQ einsetzen.“
Auch die intuitive Programmierung und Bedienung fielen positiv auf. „Q-Sys ist ein absolut durchdachtes System und dies war sicherlich nicht meine letzte Erfahrung damit.“, so Tribensky abschließend.
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