Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.

Der EVVC repräsentiert über 600 Veranstaltungszentren, Kongresshäuser, Arenen und Special Event Locations in Europa. Veranstaltungsplaner und Zulieferbetriebe ergänzen das Spektrum und machen den EVVC so zum vielseitigsten Netzwerk der Branche.

20.03.2010 | 08:38 Uhr | Sie befinden sich hier: Startseite | Artikel: EVVC im Gespräch mit Bundespolitik
<b>Ernst Hinsken im Gespräch mit August Moderer</b>

EVVC im Gespräch mit Bundespolitik

In Zusammenarbeit mit dem Repräsentanten des EVVC in Berlin Dr. Hubert Koch,  geht August Moderer, Präsident des Europäischen Verbandes der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) in die politische Offensive. Erste Gespräche mit Ernst Hinsken, Tourismuspolitischer Sprecher der Bundesregierung, Marlene Mortler, Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus im Bundestag und Annette Faße, Tourismuspolitische Sprecherin der SPD Fraktion haben bereits stattgefunden und fielen auf fruchtbaren Boden. Frau Marlene Mortler lud den EVVC ein, seine politischen Wünsche und Forderungen an die Bundespolitik im Herbst direkt im Tourismusausschuß des Deutschen Bundestages zu präsentieren. Auch ein Parlamentarisches Frühstück für Abgeordnete aller für den EVVC relevanten Ausschüsse ist in Planung.

In ihrem Gespräch Ende Mai mit Koch und Moderer betonte Marlene Mortler, um konkurrenzfähig zu bleiben, werde eine professionelle Veranstaltungsplanung und –organisation immer wichtiger. Sie versicherte, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einzusetzen, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet würden, dass deutsche Anbieter im international hart umkämpften Tagungs- und Kongressmarkt bestehen könnten.
Vor dem gesamten Ausschuss für Tourismus ist nun in naher Zukunft eine Präsentation des EVVC geplant, um die Sorgen und Nöte der Branche vorzustellen.

Schwerpunktthemen der Gespräche mit Ernst Hinksen, Marlene Mortler und Annette Faße waren unter anderem die dringend benötigte Vereinheitlichung des Berufsbildes Eventmanagers, eines Berufstitels, der bisher auf eine Vielzahl von qualitativ unterschiedlichen Ausbildungswegen erworben werden kann. Standards, wie sie in der Branche für die Berufe Veranstaltungskaufmann/ -kauffrau und Veranstaltungstechniker/ -technikerin schon seit geraumer Zeit eingeführt wurden, sind auch im Bereich des Eventmanagers unerlässlich.

Auch die drohenden Überkapazitäten im Bereich der Stadthallen und Arenen, die aus den kommunalen Strukturen heraus entstehen, waren Gesprächsthemen zwischen EVVC und den Vertretern der Bundespolitik. Der größte europäische Branchenverband der Veranstaltungswirtschaft mahnte hier zu einer detaillierteren Bedarfsplanung und zu kommunalübergreifenden Dialogen unter dem Einfluss der Bundespolitik, um in Zukunft drohende Investitionsruinen vermeiden zu können.

Kritisch bewerten die EVVC-Vertreter zudem die steuerliche Absetzbarkeit von Kongressreisen. Wünschenswert und für den Tourismusstandort Deutschland vorteilhafter sei, wenn Kongressreisen auch dann steuerlich geltend gemacht werden könnten, wenn sie um ein Wochenende verlängert würden.

„Über die positive Resonanz bei allen unseren Gesprächen mit Vertretern der Bundespolitik freue ich mich sehr,“ gesteht August Moderer. „Letztendlich rennen wir überall offene Türen ein, denn jeder ist erfreut, dass es einen Branchenverband der Veranstaltungsindustrie gibt, der sich nun zu Wort meldet. Nun liegt es an uns, Themen auf den Tisch zu bringen und zu diskutieren. In einem Parlamentarischen Frühstück mit den Tourismuspolitischen Sprechern der Fraktionen und den Verantwortlichen der Bundestagsfraktionen sehe ich große Chancen, genau so wie in einer Präsentation vor dem Ausschuss für Tourismus im Bundestag. Unser Ziel ist es unter anderem, die Veranstaltungs- und Kongresswirtschaft als eigenen Wirtschaftzweig zu etablieren, der natürlich eng mit dem Tourismus und Messewesen kooperiert, dennoch aber als eigenständige Größe wahrgenommen werden muss.“

Auch ein technisches Thema beschäftigt derzeit schon die Politik in Berlin und Brüssel: Durch die Neuordnung des UHF-Bandes und die Digitalisierung frei werdender Funkfrequenzen will die Telekommunikation bestehende Versorgungsengpässe für Breitbandanschlüsse überwinden. Auf der anderen Seite werden jedoch diese Frequenzen ab dem Jahr 2015 für die Nutzung von drahtlosen Reportage-, Mikrofon- und In-Ear-Monitortechnik verloren gehen. Da jedoch die Präsentationen in Veranstaltungs- und Kongresszentren von der bedingungslosen Flexibilität drahtloser Anlagen leben, um sich den stets verändernden Gegebenheiten anpassen zu können, gilt es nun – auch in Kooperation mit dem Weltunternehmen Sennheiser als Partner des EVVC - hier Einfluss auf den europäischen Regulierungsprozess zu nehmen.