Wer in der Konzertpause im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland einen Sekt bestellt oder bei einem Empfang ein raffiniertes Dessert serviert bekommt, sollte einen Blick für die freundliche Servicekraft übrig haben. Denn was der Besucher nicht ahnt: Sie hat mehr zu tun mit Stars wie Katharina Thalbach, Alexandra Maria Lara oder Charlize Theron, als er vermutet.
Das liegt an Guido Maria Kretschmer. Der Meister-Designer wird auf den Fashion Weeks in New York und Berlin umjubelt. Filmgrößen wie Meret Becker und Martina Gedeck tragen seine Kleider. Doch er entwirft nicht nur die Haute Couture für internationale Stars, sondern stattet auch die Mitarbeiter der Gastronomie im größten Veranstaltungszentrum der Region aus. In roten Westen mit silbernen Krawatten servieren die Damen Speisen und Getränke, während die Herren hoch geschnittene, silber-graue Westen mit roter Krawatte tragen.
Nach der Einführung eines neuen Markennamens und eines neuen Logos fand das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland Anfang des Jahres seinen Weg zu Guido Maria Kretschmer. „Bis dahin hatten wir unsere Service-Uniformen von den gängigen Anbietern von Berufsbekleidung bezogen“, berichtet Mario Engbers, Geschäftsbereichsleiter der Gastronomie.
Mit dem neuen Dress will sich sein Team abheben vom gastronomischen Einheits-Outfit in gedecktem Weiß oder in Schwarz. „Das ist sicherlich mutig gewesen und in dieser Form einmalig“, räumt er ein. Passende Kleidung mit den neuen Farben des Veranstaltungszentrums – Silber und Rot – gibt es allerdings nicht von der Stange. Deshalb wurde Guido Maria Kretschmer beauftragt, und Mario Engbers erlebte eine Überraschung: „Ein Designer ist gar nicht teurer als unsere bisherigen Ausstatter“.
Dafür gelang dem Modemacher ein Kunststück: Obwohl Damen und Herren unterschiedliche Farben tragen, bleiben sie als ein Team erkennbar. „Wichtig sind ein klares Design und eine funktionelle Qualität“, erklärt Guido Maria Kretschmer. Für ihn stehen die schillernde Welt der Catwalks und die Gestaltung von Berufskleidung keineswegs in allzu starkem Kontrast. „Die Gemeinsamkeit ist immer der Mensch“, unterstreicht der Modeschöpfer. „Ich mag perfekte Passformen, gute Qualitäten und ein gutes Design.“ Dann sei es egal, ob es ein Kleid für eine Prominente auf dem roten Teppich oder eine Service-Mitarbeiterin in der Gastronomie bestimmt ist. „Beide sollen gut aussehen und sich wohlfühlen.“
Zwar hat ihn seine exklusive Abendmode berühmt gemacht, doch angefangen ist Guido Maria Kretschmer 1987 mit Firmenkleidung – „Corporate Fashion“ nennen es die Fachleute. Eine deutsche Fluglinie suchte damals ein neues Design. „Ich habe an der Ausschreibung teilgenommen und gewonnen“, erzählt er. Seitdem sieht er an fast jedem Flughafen der Welt seine Arbeit. Und auf Flughäfen hält er sich häufiger auf, denn er ist häufig unterwegs. Sein Unternehmen verwaltet Guido Maria Kretschmer von Münster aus, wo die Wurzeln des gebürtigen Warendorfers liegen. Atelier und Showroom hat er in Palma de Mallorca eingerichtet, eine Dependance unterhält er in Berlin.
Erst vor wenigen Tagen hat Guido Maria Kretschmer einen Store in München eröffnet, Anfang Oktober beginnen die Proben für den „Barbier von Sevilla“ an der Deutschen Oper in Berlin – der Tausendsassa stattet als Kostümbildner auch Film- und Theaterproduktionen aus. Außerdem steht eine Couture-Show im Hotel Adlon an und eine weitere im exklusiven Capital Club in der Hauptstadt. Danach plant er den Sprung nach Paris, wo er sein Label „Guido Maria Couture“ erstmals vorstellt. „Es geht gottlob immer weiter“, sagt der 43-Jährige.
www.halle-muensterland.de
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