Zum sechsten Mal in Folge konnte die Musik- und Kongresshalle im Jahr 2008 ihren Zuschussbedarf reduzieren. Lag er im Jahr 2002 noch bei gut 1,5 Mio €, benötigte die MuK im Jahr 2008 nur noch 540.000 € von der Stadt. Gegenüber 2006 bedeutet dies einen Rückgang von 300.000 €. „Natürlich haben wir gespart, wo es ging“, sagt Geschäftsführerin Ilona Jarabek, „aber vor allem konnten wir die Einnahmen erhöhen. Nur so war dieses Ergebnis zu erreichen.“ Nachdem die Stadt für den Zuschuss 2008 zum ersten Mal eine konkrete Zielvorgabe von 590.000 € gesetzt hatte, konnte diese sogar noch um etwa 50.000 € unterschritten werden. Zu den Höhepunkten gehörte mit dem 49. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vom 9. bis 12. April 2008. Mit über 2000 Teilnehmern war er der größte Kongress in der MuK-Geschichte.
Die Zahl der Veranstaltungen in der MuK stieg von 288 im Jahr 2007 auf 322 im Jahr 2008. Zugleich stiegen die Ausgaben von 4,6 Mio € (2007) auf 4,8 Mio €, eine Steigerung, die ausschließlich auf den genannten Pneumologenkongress zurückzuführen ist. Noch deutlicher aber stiegen die Einnahmen. Lag der Umsatz im Jahr 2006 noch bei 3,3 Mio. und 2007 bereits bei 3,9 Mio. €, erwirtschaftete die MuK im Jahr 2008 4,3 Mio. €. Ein weiteres Plus gab es bei den Besucherzahlen. Sie stiegen von 180.000 auf 194.000.
Insgesamt kamen durch Aufwendungen der Musik- und Kongreßhalle im Jahr 2008 etwa 3 Mio. € der Wirtschaft der Region zu Gute. Der durch die MuK veranlasste Geschäftsreisetourismus generierte darüber hinaus bei 12.000 Übernachtungen - vorsichtig geschätzt - etwa eine indirekte Wertschöpfung von etwa 1,5 Mio. €. Das ergibt 4,5 Mio €. „Dabei sind Ausgaben für Gastronomie, Shoppen, Taxifahrten und ähnliches noch gar nicht berücksichtigt. Die tatsächliche Höhe der Wertschöpfung dürfte also noch deutlich über diesen 4,5 Mio. € liegen“ betont Geschäftsführerin Ilona Jarabek. Die MuK sei ja nicht nur ein Wirtschaftsbetrieb, sondern zugleich ein Wirtschaftsförderungsinstrument. Das werde durch die vorliegenden Zahlen bestätigt.
Änderung der Marketingstrategie
Vor dem Hintergrund der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der Kongressveranstaltungen und der aktuellen Probleme auf diesem Markt hat Geschäftsführerin Ilona Jarabek in der Vermarktung der Musik- und Kongreßhalle einen Strategiewechsel vollzogen. "Wir wollen künftig gerade mit Blick Kongressgeschäft stärker auf die direkte Kundenansprache und Akquise setzen", sagt Jarabek. Verantwortlich für die Umsetzung der neuen Marketingstrategie ist ab sofort Frank Baake. "Wir brauchten eine Persönlichkeit, die in der Region aber auch bundesweit auf potentielle Veranstalter zugeht und sie von Lübeck und der MuK als Kongressschauplatz überzeugen kann", so Jarabek. Sie freue sich, dass sie Frank Baake dafür habe gewinnen können. Baake, der zuletzt für eine Karlsruher Unternehmensberatung gearbeitet hat, kehrt damit nach gut zwei Jahren in die MuK zurück.
„Wir wollen damit auch die MuK als das Kongresskompetenzzentrum für Schleswig-Holstein noch weiter stärken“, sagt die Geschäftsführerin. Neben der verstärkten direkten Kundenansprache spielt auch intensive Netzwerkarbeit eine herausragende Rolle. „Mit lübeckongress haben wir ein regionales Netzwerk, das für die Außendarstellung Lübecks als Kongressstadt eine spürbare Verstärkung bedeutet. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir in der Region - auch mit Blick auf zusätzliche Kongresse - Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik noch stärker miteinander vernetzen. Die MuK als Begegnungsstätte all jener Bereiche kann hier wichtige Impulse geben. Der jährliche akademische Abend ist dazu ein Anfang.“
Nachhaltigkeit
Es gehört seit jeher zu den Markenzeichen der Musik- und Kongreßhalle, zu den Veranstaltungshäusern in Deutschland zu gehören, die neue Entwicklungen früh aufgreifen bzw. sogar anstoßen. Standen hier früher nicht zuletzt neue Wege der Vermarktung im Mittelpunkt, so hat sich inzwischen das Thema Nachhaltigkeit zu einem zentralen Thema der Branche entwickelt. Beim Thema Nachhaltigkeit gehört die MuK erneut zu den Vorreitern der Branche. So Jarabek bereits frühzeitig eine umfassende Energieeffizienzanalyse in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen und deren Konsequenzen mit dem Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck nun umgesetzt werden sollen. In Planung ist darüber hinaus ein „Musterkongress“ für nachhaltiges Tagen, in dem Themen wie klimaneutrale Anreise, essbare Namensschilder, regionales Catering, Müllvermeidung und papierlose Dokumentation beispielhaft umgesetzt werden sollen.
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