European Association of Event Centres (EVVC)

The EVVC represents about 700 event centres of all kinds and sizes in Germany and Europe.
Event organisers and supply companies supplement the association’s broad range, thus making the EVVC the most versatile communications network within the sector.

10 Jahre Stechert Arena Bamberg - Wendung zum Erfolgsmodell

Basketballfan Peter Neubauer weiß, was er und viele Brose-Anhänger der Stadt zu verdanken haben: Wäre Bamberg im vergangenen Oktober nicht in die Bresche gesprungen, als es um die Zukunft des Basketballstandorts ging, hätte es nicht nur kein doppeltes Doppel der Brose Baskets gegeben. Auch Freak City würde wohl nicht mehr existieren. „Der Verein wäre nach Nürnberg abgewandert, und in Bamberg hätte die Abrissbirne anrücken können“, sagt Neubauer.

Vor einem dreiviertel Jahr, als der Bamberger Stadtrat für den Kauf der drittgrößten Halle in Bayern stimmte, dachten nicht wenige Entscheider anders. Immerhin 17 von 40 Stadträten wollten nicht, dass die Stadt und ihre Töchterunternehmen Stadtbau und die Stadtwerke viereinhalb Millionen Euro in die Hand nehmen und Eigentümer einer Arena werden.

Eine der größten Sorgen, die Stadträte aus mehreren Fraktionen bewegten, war die Befürchtung, Bamberg könnte sich mit dem Riesenbau am Rande der Südflur einen neuen Klotz ans Bein binden – eine Einrichtung, die mehr kostet als sie einbringt.

Entwarnung bei den Kosten

Zumindest vorerst kann Horst Feulner, der Chef der Arena Betriebsgesellschaft, Entwarnung geben. Neun Monate nach dem Gang zum Notar zeichnet sich ab, dass die Hoffnung auf eine schwarze Null nicht nur eine optimistische Prognose war, um die Wogen zu glätten. Schon 2010 hatte die Betreibergesellschaft nach Abzug von Miete und allen Kosten 20 000 Euro Gewinn in der Tasche. Auch die Besitzgesellschaft musste kein Geld zuschießen, um die Darlehen zu bedienen. Feulner glaubt fest daran, dass es nach dem hervorragenden Verlauf des ersten Halbjahres 2011 heuer und auch nächstes Jahr mit der „Erfolgsgeschichte“ weitergeht. Ein Einbruch sei nicht in Sicht.

Hat die Stadt damit geschafft, was drei Eigentümer und vier Betreibergesellschaften vor ihr vergeblich versuchten? Eine große Veranstaltungshalle wirtschaftlich zu betreiben, keine Schulden anzuhäufen? Dies wäre, wie nicht wenige Insolvenzen bei Hallenbetreibern bewiesen haben, in Deutschland eine Ausnahme.

Der Wechsel von einem Eigentümer zum nächsten und die damit verbundene Minimierung der Darlehensschuld hatten offenbar ihr Gutes: Aus der Sicht von Heiner Kemmer, Stadtbau-Chef und Geschäftsführer der Arena Besitzgesellschaft, profitieren die neuen Besitzer von zwei Umständen, die das Scheitern eher unwahrscheinlich machen: Zum einen spart die Zusammenarbeit mit der Bamberg Congress und Event GmbH, die die Konzerthalle betreibt, erhebliche Personalkosten. Außerdem liegen die Kosten für Zins und Tilgung mit rund 100 000 Euro im Jahr deutlich niedriger als der Betrag, den etwa Voreigentümer Peter Klappan und dessen Mieter, die Brose Baskets, berappen mussten. Dieser Entlastungseffekt wird auch deutlich, wenn man sich vor Augen hält, was es kosten würde, müsste man die Halle neu bauen: „25 Millionen Euro“, schätzt Heiner Kemmer.

Doch den Löwenanteil zum Gelingen des letzten Jahres haben die Bamberger selbst beigetragen: „Sie haben mit den Füßen für die Halle abgestimmt“, freut sich Horst Feulner. In 109 Veranstaltungen kamen seit letztem Oktober 321 000 Besucher in die Stechert-Arena.

Erfolgsgeschichte

Damit setzt sich fort, was bereits 2010, dem ersten Jahr mit gleichzeitigem Pokal- und Meisterschaftssieg durch die Brose Baskets begann: Damals war die Bamberger Arena mit 104 unterschiedlichen Veranstaltungen die meist ausgelastete der großen Halle Deutschlands, noch weit vor vor der Münchner Olympiahalle (59 Veranstaltungen) oder der Porsche-Arena in Stuttgart (61 Veranstaltungen).

Doch wie denken heute jene im Stadtrat, die damals ihr Veto einlegten? Daniela Reinfelder (CSU) etwa stimmte 2010 gegen den Kauf, weil sie die gescheiterte „Premiumlösung“ von OB Starke aus dem Jahr 2009 nicht nachträglich sanktionieren wollte. Außerdem war sie, wie drei andere Mitglieder der CSU-Fraktion, der Meinung, dass es zum Kauf der Halle durch die Stadt noch eine private Alternative gab, die mit weniger Risiko verbunden gewesen wäre. Reinfelder macht keinen Hehl daraus, dass sie sich heute anders entscheiden würde. Der Schritt, die Halle zu kaufen, habe sich als richtig erwiesen. Das sagt die leidenschaftliche Basketballanhängerin auch deshalb, weil sie sich in der nächsten Saison noch mehr Gewinn durch zusätzliche Fernseheinnahmen verspricht.

GAL: Stadt wird erpressbar

Aus zwei Gründen würde Peter Gack von den Grünen auch heute noch gegen einen Einstieg der Stadt votieren. Er fürchtet, dass sich die wirtschaftliche Lage wieder verschlechtern könnte, wenn es mit den Basketballern in der Liga bergab gehe. Kritisch sieht der Haushaltsexperte vor allem, dass sich die Stadt erpressbar gemacht habe, weil sie vom Hauptmieter Basketball auf Gedeih und Verderb abhänge. An diesem Problem habe sich nichts geändert.

Trotz der allgemeinen Basketball-Euphorie gibt es in der Bamberger Bevölkerung nicht nur Zustimmung zum Kauf der Immobilie. Umstritten ist die Finanzierung der Halle durch öffentliche Gelder etwa unter den Mietern der Stadtbau GmbH. Elmar Hübner und Herbert Bogner aus der Hauptsmoorstraße sähen es viel lieber, wenn die Stadtbau ihren Wohnungsbestand pflegen würde, statt in ein Großprojekt wie die Halle zu investieren. „Sie sollten verhindern, dass die Mietpreise in astronomische Höhen steigen“, sagt Hübner mit dem Hinweis auf aus seiner Sicht vergleichsweise hohe Mietzinsen bei der Stadtbau. In der Gartenstadt gebe es zudem heute noch Wohnungen aus den 50er Jahren im Originalzustand.

Stadtbau-Chef Heiner Kemmer bestreitet, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Engagement für die Halle und den Wohnungen gebe. „Die Mieten steigen, weil alle Mieten in Bamberg steigen und wir vom Gesellschafter den Auftrag bekommen haben, den Wert des Immobilienvermögens nach bestem Wissen und Gewissen zu erhalten.“

Für ihn ist die Arena eine Einrichtung, die Bamberg viele Vorteile bringt. „Man muss sich nur mal vorstellen, was andere Städte tun und zahlen müssen, um ähnliche Medienpräsenz zu erreichen.“

www.stechert-arena.deEine der größten Sorgen, die Stadträte aus mehreren Fraktionen bewegten, war die Befürchtung, Bamberg könnte sich mit dem Riesenbau am Rande der Südflur einen neuen Klotz ans Bein binden – eine Einrichtung, die mehr kostet als sie einbringt.

Entwarnung bei den Kosten

Zumindest vorerst kann Horst Feulner, der Chef der Arena Betriebsgesellschaft, Entwarnung geben. Neun Monate nach dem Gang zum Notar zeichnet sich ab, dass die Hoffnung auf eine schwarze Null nicht nur eine optimistische Prognose war, um die Wogen zu glätten. Schon 2010 hatte die Betreibergesellschaft nach Abzug von Miete und allen Kosten 20 000 Euro Gewinn in der Tasche. Auch die Besitzgesellschaft musste kein Geld zuschießen, um die Darlehen zu bedienen. Feulner glaubt fest daran, dass es nach dem hervorragenden Verlauf des ersten Halbjahres 2011 heuer und auch nächstes Jahr mit der „Erfolgsgeschichte“ weitergeht. Ein Einbruch sei nicht in Sicht.

Hat die Stadt damit geschafft, was drei Eigentümer und vier Betreibergesellschaften vor ihr vergeblich versuchten? Eine große Veranstaltungshalle wirtschaftlich zu betreiben, keine Schulden anzuhäufen? Dies wäre, wie nicht wenige Insolvenzen bei Hallenbetreibern bewiesen haben, in Deutschland eine Ausnahme.

Der Wechsel von einem Eigentümer zum nächsten und die damit verbundene Minimierung der Darlehensschuld hatten offenbar ihr Gutes: Aus der Sicht von Heiner Kemmer, Stadtbau-Chef und Geschäftsführer der Arena Besitzgesellschaft, profitieren die neuen Besitzer von zwei Umständen, die das Scheitern eher unwahrscheinlich machen: Zum einen spart die Zusammenarbeit mit der Bamberg Congress und Event GmbH, die die Konzerthalle betreibt, erhebliche Personalkosten. Außerdem liegen die Kosten für Zins und Tilgung mit rund 100 000 Euro im Jahr deutlich niedriger als der Betrag, den etwa Voreigentümer Peter Klappan und dessen Mieter, die Brose Baskets, berappen mussten. Dieser Entlastungseffekt wird auch deutlich, wenn man sich vor Augen hält, was es kosten würde, müsste man die Halle neu bauen: „25 Millionen Euro“, schätzt Heiner Kemmer.

Doch den Löwenanteil zum Gelingen des letzten Jahres haben die Bamberger selbst beigetragen: „Sie haben mit den Füßen für die Halle abgestimmt“, freut sich Horst Feulner. In 109 Veranstaltungen kamen seit letztem Oktober 321 000 Besucher in die Stechert-Arena.

Erfolgsgeschichte

Damit setzt sich fort, was bereits 2010, dem ersten Jahr mit gleichzeitigem Pokal- und Meisterschaftssieg durch die Brose Baskets begann: Damals war die Bamberger Arena mit 104 unterschiedlichen Veranstaltungen die meist ausgelastete der großen Halle Deutschlands, noch weit vor vor der Münchner Olympiahalle (59 Veranstaltungen) oder der Porsche-Arena in Stuttgart (61 Veranstaltungen).

Doch wie denken heute jene im Stadtrat, die damals ihr Veto einlegten? Daniela Reinfelder (CSU) etwa stimmte 2010 gegen den Kauf, weil sie die gescheiterte „Premiumlösung“ von OB Starke aus dem Jahr 2009 nicht nachträglich sanktionieren wollte. Außerdem war sie, wie drei andere Mitglieder der CSU-Fraktion, der Meinung, dass es zum Kauf der Halle durch die Stadt noch eine private Alternative gab, die mit weniger Risiko verbunden gewesen wäre. Reinfelder macht keinen Hehl daraus, dass sie sich heute anders entscheiden würde. Der Schritt, die Halle zu kaufen, habe sich als richtig erwiesen. Das sagt die leidenschaftliche Basketballanhängerin auch deshalb, weil sie sich in der nächsten Saison noch mehr Gewinn durch zusätzliche Fernseheinnahmen verspricht.

GAL: Stadt wird erpressbar

Aus zwei Gründen würde Peter Gack von den Grünen auch heute noch gegen einen Einstieg der Stadt votieren. Er fürchtet, dass sich die wirtschaftliche Lage wieder verschlechtern könnte, wenn es mit den Basketballern in der Liga bergab gehe. Kritisch sieht der Haushaltsexperte vor allem, dass sich die Stadt erpressbar gemacht habe, weil sie vom Hauptmieter Basketball auf Gedeih und Verderb abhänge. An diesem Problem habe sich nichts geändert.

Trotz der allgemeinen Basketball-Euphorie gibt es in der Bamberger Bevölkerung nicht nur Zustimmung zum Kauf der Immobilie. Umstritten ist die Finanzierung der Halle durch öffentliche Gelder etwa unter den Mietern der Stadtbau GmbH. Elmar Hübner und Herbert Bogner aus der Hauptsmoorstraße sähen es viel lieber, wenn die Stadtbau ihren Wohnungsbestand pflegen würde, statt in ein Großprojekt wie die Halle zu investieren. „Sie sollten verhindern, dass die Mietpreise in astronomische Höhen steigen“, sagt Hübner mit dem Hinweis auf aus seiner Sicht vergleichsweise hohe Mietzinsen bei der Stadtbau. In der Gartenstadt gebe es zudem heute noch Wohnungen aus den 50er Jahren im Originalzustand.

Stadtbau-Chef Heiner Kemmer bestreitet, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Engagement für die Halle und den Wohnungen gebe. „Die Mieten steigen, weil alle Mieten in Bamberg steigen und wir vom Gesellschafter den Auftrag bekommen haben, den Wert des Immobilienvermögens nach bestem Wissen und Gewissen zu erhalten.“

Für ihn ist die Arena eine Einrichtung, die Bamberg viele Vorteile bringt. „Man muss sich nur mal vorstellen, was andere Städte tun und zahlen müssen, um ähnliche Medienpräsenz zu erreichen.“

www.stechert-arena.de