18.12.2017 | 11:44 Uhr | Sie befinden sich hier: Engagement | Funkfrequenzen

Funkfrequenzen

Durch die Neuordnung der Funkfrequenzen sind der Veranstaltungsindustrie und somit den Kommunen Kosten in Milliardenhöhe entstanden.

Die aktuellen Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz können unter www.apwpt.org abgerufen werden.

31.05.2016 – Am Dienstag, den 31. Mai 2016 soll insbesondere in den Ballungsräumen (Stadtregionen) das neue terrestrische Fernsehen DVB-T2 starten. Dazu werden im Bereich 470 bis 694 MHz bisher freie Fernsehkanäle genutzt. Diese Kanäle stehen für drahtlose Produktionsmittel dann nicht mehr zur Verfügung. Bereits vorab ist mit Störungen zu rechnen, wenn die neuen DVB-T2-Sender eingemessen werden.

18.09.2015 – Bund und Länder haben gemeinsam entschieden, dass in 2015 Frequenzen aus dem Frequenzbereich 694 bis 790 MHz (sogenannte Digitale Dividende II) an den Mobilfunk vergeben und dann ab 2017 regional sowie möglichst ab Mitte 2018 bundesweit für mobiles Breitband genutzt werden sollen.

10.05.2015 - Am 29. Januar 2015 wurde das Zulassungsverfahren für die Versteigerung der Frequenzen im Bereich 700 MHz eröffnet, die am 27. Mai 2015 stattfinden soll. Eine neue Mittenlücke (733 bis 758 MHz) sowie die Bereiche 470 bis 608 MHz und 614 bis 703 MHz sind weiterhin für professionelle Anwender langfristig nutzbar. Die bisherige Mittenlücke 823 bis 832 MHz, das ISM-Band und der 1,8 GHz-Bereich bleiben für die Nutzung semiprofessioneller Anwender unverändert. Mit dem Qualitätsversprechen „DD ready“ informiert Sennheiser unter www.sennheiser.de/ddready über aktuelle Veränderungen im Rahmen der Digitalen Dividende 2 sowie über neue digitale Produkte für 1,9 GHz und 2,4 GHz.

27.10.2014 - Nach Recherchen des APWPT wird es offensichtlich keine Einigung zu einer Vergabe des 700 MHz-Bandes zum Anfang nächsten Jahres geben. Die Bundesländer hatten vom BMVi ein Konzept zur Finanzierung der Breitbandumstellung gefordert mit Informationen wann welche Mittel fließen würden.

27.10.2014 - Anfang Oktober begann in Berlin ein DVB-T2-Testbetrieb. Ziel ist die langfristige Vorbereitung und Erprobung eines neuen TV-Übertragungsverfahrens. Auf dem TV-Kanal 42, 638 bis 646 MHz, erfolgt an den Standorten Alexanderplatz und Schäferberg der DVB-T2-Testbetrieb mit hoher Sendeleistung.

12.09.2014 - Am 1. September 2014 hat die Europäische Kommission den Abschlussbericht des Experten Pascal Lamy offiziell veröffentlicht, der u.a. Empfehlungen zur künftigen Nutzung des UHF-Fernseh-Frequenzbereichs 694-790 MHz enthält. Der gesamte Frequenzbereich wird europaweit intensiv zur Rundfunkausstrahlung und für die professionelle drahtlose Produktion von Inhalten und Veranstaltungen genutzt. Bis etwa 2020 für soll er komplett für mobiles Breitband frei gemacht werden. Zwar kündigte die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes an, im Gegenzug andere Frequenzbereiche für drahtlose Produktionsmittel (z. B. Mikrofone und In-Ear-Monitoring) zur Verfügung zu stellen und diese europaweit zu harmonisieren. Diese Ersatzfrequenzen reichen jedoch in der Menge und in der Qualität bei weitem nicht aus. Wo die bisherigen Nutzer künftig funken sollen, bleibt somit unklar. Die EU-Kommission nimmt mit ihren Empfehlungen schwere Schäden an der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für öffentlich finanzierte kulturelle Einrichtungen in Kauf, die ohne Funkmikrofone und weitere drahtlose Produktionstechnik nicht arbeiten können. Zudem droht faktisch eine Einschränkung der Pressefreiheit: Aufgrund von drastischer Frequenz-Knappheit werden künftig nicht mehr alle Kamera- und Rundfunkteams live von sportlichen, politischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Ereignissen berichten können.

09.12.2013 - Die Wellen schlugen hoch als ein neues Smartphone präsentiert wurde, das laut allgemeiner Darstellung „bei 1800 MHz funkt“ – in einem Bereich also, der bei oberflächlicher Betrachtung auch von Sennheiser 1G8-Drahtlossystemen beansprucht wird. Sind hier Konflikte zu erwarten, und wird auf der Beschallungsanlage im Worst Case statt des Sängers ein Störsignal zu vernehmen sein? Um die Antwort gleich vorwegzunehmen: Etwaige Bedenken sind absolut unbegründet, denn zum Uplink und Downlink der Mobilfunk-Anwendungen bestehen fünf Megahertz Sicherheitsabstand, so dass keine Störungen zu erwarten sind. Allerdings lohnt sich eine genauere Betrachtung des aktuellen Frequenzspektrums für die kostenlose und anmeldefreie Nutzung von Funkmikrofonen.

  • Drahtlose Mikrofone und weitere Produktionstechnik sollen erneut
    wichtige Frequenzen ohne Ersatz verlieren
  • Rundfunkproduktion, journalistische Live-Berichterstattung,
    Kultur- und Kreativwirtschaft sowie freischaffende und
    länderfinanzierte Kulturbetriebe sind massiv gefährdet
  • Konsultationsentwurf der Bundesnetzagentur ignoriert zahlreiche Bundesratsbeschlüsse und Belange der Anwender drahtloser Produktionsmittel
  • Falschannahmen im Entwurf zeigen Kompetenzdefizite der Behördenleitung
  Rundfunkproduktionen, Events in Kunst, Kultur und dem Kreativbereich sowie eine vielfältige Liveberichterstattung der Presse z.B. bei Wahlen oder sportlichen Großereignissen haben eines gemeinsam: Sie sind auf funktionierende drahtlose Produktionsmittel und freie Frequenzen grundlegend angewiesen. Mit einem aktuell vorgelegten Konsultationsentwurf gefährdet die Bundesnetzagentur die Zukunft der Technik und ihrer Anwendungsfelder. Vorgesehen ist eine Versteigerung unter anderem der Frequenzen 694-790 MHz an den Mobilfunk.  Das Dokument stammt aus der Präsidentenkammer, ist bereits vom Beirat verabschiedet und befindet sich in Umsetzung. Die Kultur- und Kreativbranche, einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland, ist damit massiv bedroht. Weiter sind tragende Grundprinzipien unserer Gesellschaft in Frage gestellt, namentlich die Meinungs- und Pressefreiheit sowie kulturelle Vielfalt und Teilhabe. Zahlreiche Beschlüsse des Bundesrates gegen eine solche „Digitale Dividende 2“ werden ignoriert. Ebenso bleiben mehrfach vorgetragene, wesentliche Sachargumente der Nutzer und Hersteller drahtloser Produktionsmittel unberücksichtigt. Signifikante Falschannahmen lassen zudem auf gefährliche Kompetenzdefizite in der Leitungsebene der Behörde schließen.

Präsentation APWPT auf der Prolight + Sound 2013

Im Rahmen der prolight + sound (Musikmesse Frankfurt) fand die jährliche Informationsveranstaltung des APWPT statt.

Hier finden Sie die Präsentation:

http://www.apwpt.org/history-of-events-2009-12/germany/2013/index.html

Die Jahreshauptversammlung des APWPT findet am 20.06.2013 anlässlich der Showtech in Berlin statt.

Hohe Investitionen durch Versteigerung der Funkfrequenzen
Obwohl die Vergabe der ersten Digitalen Dividende im Bereich 790 bis 862 MHz in Europa noch nicht abgeschlossen ist, wird seit der Weltfunkkonferenz 2012 auch auf EU-Ebene bereits über eine zweite Digitale Dividende verhandelt. Dies kritisieren Anwender und Hersteller drahtloser Übertragungstechnik vehement. Besonders betroffen ist die Kultur- und Veranstaltungsbranche, die in Deutschland als Folge der ersten Frequenzversteigerung bereits einige hundert Millionen Euro in die Umrüstung ihrer drahtlosen Funkstrecken investieren musste.

Neuordnung der Funkfrequenzen – Ausdehnung der Probleme auf die Städte

Köln, 11.12.2012 - Vor dem Hintergrund, dass der Ausbau des LTE-basierten Mobilfunknetzes, der zunächst vornehmlich im ländlichen Bereich vorgenommen wurde, sich mittlerweile zunehmend auch auf den suburbanen und urbanen Bereich ausdehnt und zusätzlich immer mehr LTE-fähige Endgeräte (Handys) auf den Markt kommen, hat der Deutsche Städtetag ein überarbeitetes Informationspapier herausgebracht, das neben allgemeinen Informationen auch Empfehlungen und Anleitungen gibt, wo und wie Kompensationsleistungen bei Vorliegen der ebenfalls erläuterten Berechtigungsmerkmale beantragt worden.

Brüssel, den 25. September 2012 - In der politischen Debatte um die Vergabe und Nutzung von Funkfrequenzen stand bislang die Versorgung der Bevölkerung mit digitalem Fernsehen und mobilen Breitbanddiensten klar im Vordergrund. Eine erste Informationsveranstaltung wies Mitglieder des EU-Parlaments nun auf den dringenden Frequenzbedarf drahtloser Produktionsmittel (Funkmikrofone und verwandte Technik) hin. Diese sind heute existenziell für Kultur und Veranstaltungswirtschaft sowie für öffentliches Leben und Journalismus. Die derzeit international angedachte Versteigerung weiterer Funkfrequenzen an den Mobilfunk, die so genannte Digitale Dividende II im Bereich um 700 MHz, würde diese Aktivitäten nun endgültig massiv gefährden. Hauptanliegen der Veranstaltung war, EU-Politikern diesen wesentlichen Sachverhalt mit seinen technischen Grundlagen bekannt zu machen und in die weitere Entscheidungsfindung einzubringen.

Entschädigungsleistungen für Kosten durch Neuordnung der Funkfrequenzen

Wie der APWPT mitteilt, ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit der Abwicklung der Billigkeitsrichtlinie beauftragt worden.

Dazu hat das BAFA auf seiner Webseite weiterführende Informationen zur Inanspruchnahme der Billigkeitsleistung veröffentlich.

Wichtig für den Kreis der Betroffenen:

  • Das Verfahren steht fest und es können bei der derzeitigen Ausstattung bis zu 120 Mio. € abgerufen werden
  • Anträge können ab 15.11.2011 gestellt werden
  • Wer zuerst kommt, wird zuerst berücksichtigt (Windhundprinzip)


Die APWPT führt eine Informationsseite zum Thema „Entschädigung“: http://www.apwpt.org/international-news/germany/aktuelle-entschaedigungsdiskussion/index.html

Bitte senden Sie Ihre Anmerkungen oder Fragen an: info@apwpt.org

Der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren e.V. (EVVC) fordert für die Veranstaltungsbranche mit all seinen Häusern eine Kostenerstattung in Höhe von 2-3 Milliarden Euro für die entstehenden Ausgaben im Rahmen der Neuvergabe der Funkfrequenzen (Digitale Dividende). „Auf unsere überwiegend kommunal getragenen und somit von Steuergeldern finanzierten Häuser kommen immense Kosten zu“, prophezeit EVVC-Präsident Joachim König, Direktor Hannover Congress Centrum. Um auch nach der Neuvergabe der Funkfrequenzen in Kongresszentren, Mehrzweckhallen, Arenen und Theatern sowie vielen anderen Veranstaltungseinrichtungen von der Volkshochschule bis zur Fortbildungsakademie weiterhin die Technologie der drahtlosen Mikrofone anbieten zu können, wird nahezu überall die komplette Neuanschaffung der tontechnischen Ausstattung erforderlich sein. Die bisher genutzten drahtlosen Mikrofone werden auf anderen Funkfrequenzen nicht funktionieren.

Der APWPT hat zur leichteren Identifizierung von Störungen bei dem beginnenden LTE-Betrieb einen Handzettel Störungen erstellt. Dieser erlaubt es allen Technikern vor Ort, wichtige Informationen aufzuzeichnen. Sie können diesen im PDF siehe rechts herunterladen. Bitte teilen Sie auftretende Störungen an den APWPT mit. Weitere Infos erhalten sie unter www.apwpt.org  

Mit Ausbau des LTE-Mobilfunknetzes sind an Bühnen und in Veranstaltungshäusern bereits erste Funkstörungen aufgetreten, tausende Fälle in ganz Deutschland können noch folgen. Eine Umstellung der gestörten Systeme auf andere Frequenzen ist fast immer nicht möglich. Folglich sind sie funktionsunfähig und wertlos. Bittere Konsequenz für Theater und die Veranstaltungsbranche: Neue und teure Systeme, deren Anschaffung für manches kleine Haus das finanzielle Aus bedeuten kann.

Durch die ursächliche Frequenzversteigerung nahm der Bund rund 3,6 Mrd. Euro ein. Trotzdem gibt es bis heute keinerlei ernsthafte Bestrebungen, die von den Funkstörungen Betroffene angemessen zu entschädigen. Ein Ersatzspektrum, das langfristig den gewohnt hohen Standard sichert, existiert nicht. Die Betroffenen haben schuldlos die gesamte finanzielle Last zu tragen und bezahlen im Zweifel mit ihrer Existenz und erheblich verschlechterten Produktionsrahmenbedingungen. Gegen diesen Missstand wendet sich die APWPT mit ihrer Petition und bittet Sie dabei um Ihre Unterstützung! Voraussichtlich Anfang Juli wird die Petition veröffentlicht werden. Dann ist es wichtig, dass auch Sie diese innerhalb von 3 Wochen unter https://epetitionen.bundestag.de zeichnen!