Quelle: GHOST Productions
Mit Tracks wie „Frisch“ und „Durstlöscher“ haben sich 01099 als eine der erfolgreichsten Rap-Gruppen Deutschlands etabliert und auf digitalen Plattformen mehrere hundert Millionen Streams erzielt. Von Dezember 2025 bis April 2026 tourte die Gruppe durch Österreich, Deutschland und die Schweiz und spielte Konzerte in insgesamt 20 Städten.
Das kreative Konzept sowie das Bühnendesign wurden von Studio Clemens Loeffelholz entwickelt. Für die Lichtprogrammierung und den Showbetrieb war Daniel Friedl (Steel Blue Studios) verantwortlich, während die LED-Inhalte von Lichtgestalten Stuttgart erstellt wurden. Zusätzliche Motion Graphics kamen von Bewegtbildgrafik. Die technische Planung der Tour übernahmen Laura Jozefiak und Dominik Müller (GHOST Productions).
zactrack SMART: mit 01099 in 20 Städten
Um die Anforderungen der Showautomation zu erfüllen, setzte Ghost Productions auf ein zactrack-System, das vom Tracking-Spezialisten TrackingPRO bereitgestellt wurde. Zusätzlich führte TrackingPRO vor den Proben eine Systemschulung für die Touring-Crew durch.
Während der gesamten Tour nutzte das Team zactrack SMART, um die drei Hauptkünstler zu tracken. Dadurch wurden automatisierte Follow-Spots sowie positionsbasierte Lichteffekte ermöglicht. Je nach Veranstaltungsort und Produktionssetup wurde auch der Support-Act mit einem Tracker ausgestattet.
Jeder der drei Hauptkünstler trug zwei Tracker. Gastkünstler nutzten die Tracker 4, 5 und 6, sodass bis zu drei Gäste gleichzeitig getrackt werden konnten. Während der Proben wurden die Tracker an Lanyards befestigt. „Wir laden sie vorsichtshalber immer zwischen Probe und Konzert auf“, erklärt Dominik. Nach dem Test verschiedener Tragemöglichkeiten entschied sich das Team schließlich dafür, die Tracker in den Hosentaschen der Künstler zu platzieren.
Seitenlicht als kreatives Gestaltungsmittel
„Das Seitenlicht war den Künstlern besonders wichtig“, erklärt Dominik. Deshalb entwickelte Studio Clemens Loeffelholz ein Lichtkonzept, das den Fokus auf Seitenlicht legte. Gleichzeitig ermöglichte zactrack dem Team, Looks zu realisieren, die mit herkömmlichen Methoden deutlich schwieriger umzusetzen gewesen wären.
Dominik beschreibt eine Szene: „Es gibt zum Beispiel einen Moment, in dem einer der Hauptkünstler in den orangefarbenen Lichtstrahlen unseres Rahmens steht und ausschließlich von einem einzelnen Viper-Scheinwerfer von hinten – ebenfalls in Orange – hervorgehoben wird. Solche Looks lassen sich nur mit Tracking oder einem Follow-System von hinten realisieren. Genau das schafft kreative Freiheit.“
Insgesamt wurden 24 Scheinwerfer in das zactrack-System integriert. Um den gesamten Performance-Bereich – einschließlich der Bühne und Teilen des Publikumsbereichs vor der Bühne – abzudecken, installierten Dominik und Laura bei jeder Station der Tour zehn Anchors im Veranstaltungsort.
So funktioniert Touring mit zactrack in der Praxis
Wie bei jeder Tournee waren ein schneller Auf- und Abbau entscheidend. Durch die dicht aufeinanderfolgenden Shows spielte Effizienz für Laura und Dominik eine zentrale Rolle.
Nach der Ankunft an jedem Veranstaltungsort begann das Team gleichzeitig mit dem Aufbau der Lichttechnik und der Verlegung der Netzwerkkabel zu den zactrack-Anchors inklusive der zugehörigen Kabelbäume. Nachdem alle Komponenten überprüft worden waren, konnte unmittelbar mit der Einrichtung des Systems begonnen werden.
Der komplette Aufbau dauerte in der Regel etwa 1,5 Stunden. Für die Einrichtung von zactrack selbst benötigte das Team anschließend nur noch 20 bis 40 Minuten, wobei 20 Minuten die schnellste auf der Tour erreichte Zeit waren.
Auch die Kalibrierung verlief unkompliziert. „Die Kalibrierung geht schnell: Wir platzieren die Pucks und starten die automatische Kalibrierung“, sagt Laura. Zusätzliche Zeit wurde lediglich für die Konfiguration der Automationsfunktionen benötigt.
„Während dieser Tour spielten wir in den unterschiedlichsten Locations – von kleinen Clubs und Konzerthallen bis hin zu großen Arenen. An jedem Spielort passten wir das zactrack-Setup an die jeweilige Bühne und den Veranstaltungsort an. Keine Bühne war wie die andere – von klassischen geraden Bühnen über halbkreisförmige Layouts und mehrstöckige Bühnen mit Treppen bis hin zu Catwalks“, erklärt Dominik und ergänzt: „Teilweise mussten wir mit Dimmer-Zonen arbeiten, die gerade einmal 50 Zentimeter breit waren.“
Dank des flexiblen zactrack SMART-Systems konnte das Setup schnell an die unterschiedlichsten Bühnenlayouts angepasst werden und ermöglichte an jedem Tourstopp eine präzise Verfolgung der Künstler.
Am Lichtpult mit Daniel
Das zactrack-System wurde für die automatisierte Lichtsteuerung mit grandMA3 integriert.
„Wir wurden von Raphael von TrackingPRO unterstützt, aber die Einrichtung ist eigentlich ziemlich unkompliziert – patchen, Child Fixtures anlegen und schon kann es losgehen“, erklärt Daniel. „Was zactrack betrifft, habe ich im laufenden Betrieb praktisch keine größeren Aufgaben.“
Jede Bühnenseite war mit sechs Scheinwerfern ausgestattet, wobei – abhängig von der Position auf der Bühne – jeweils drei Scheinwerfer einem der Hauptkünstler zugeordnet wurden. Einer der größten Vorteile für das Team war die Nutzung automatischer Dimmer-Zonen.
„Ich muss Bewegungen nicht mehr manuell verfolgen oder Fader nachführen – das Ein- und Ausschalten passiert automatisch“, erklärt Daniel.
„Der größte Vorteil von zactrack war für uns die Kombination aus präzisem Tracking, schnellem Aufbau und der Flexibilität des Systems“, fasst Dominik zusammen. „Genau diese Eigenschaften sind auf Tour am wichtigsten.“