Quelle: itemdrop
Kontaktloses Bezahlen an der Bar? Standard. Digitale Tickets am Einlass? Längst eingeführt. Bargeldloser Merch-Verkauf? Kein Problem. Doch dann steht der Gast an der Garderobe. Und braucht plötzlich wieder Kleingeld. Zwei Euro, passend bitte. Es ist 2026, und die Garderobe ist in vielen Veranstaltungsstätten der letzte Ort, an dem noch mit Münzen hantiert wird.
Das ist kein Übersehen. Es ist Gewohnheit. Die Garderobe gehört zu den Bereichen im Veranstaltungsbetrieb, die selten hinterfragt werden. Sie funktioniert, sie war schon immer so, und es gibt scheinbar drängendere Baustellen. Nur: Während sich rund um die Garderobe längst alles digitalisiert hat, hält sich dort ein Prozess, der aus einer anderen Zeit stammt.
Münzrollen, Wechselgeld, Kassenabgleich: der unsichtbare Aufwand
Wer Bargeld an der Garderobe akzeptiert, kennt den Rattenschwanz, der daran hängt. Vor jeder Veranstaltung müssen Wechselgeldkassen vorbereitet werden. Münzrollen bestellen, Startbeträge zusammenstellen, Kassen zählen. Nach der Veranstaltung das Gleiche rückwärts: Kasse zählen, Differenzen prüfen, Bargeld sicher verwahren, Einzahlung bei der Bank organisieren.
Das klingt nach Kleinkram. Aber addiert auf eine Saison mit 80 oder 100 Veranstaltungen sind das hunderte Arbeitsstunden, die in einen Prozess fließen, der keinen Cent Mehrwert bringt. Dazu kommen die üblichen Fehlerquellen: Differenzen in der Kasse, verschwundene Münzen, Diskussionen über Wechselgeld. Und ein Risiko, das niemand gern anspricht, aber jeder kennt: Schwund.
Ein Betriebsleiter einer Arena in Nordrhein-Westfalen hat es kürzlich so formuliert: „Wir haben an der Bar, am Einlass, überall digitalisiert. Und dann habe ich festgestellt, dass unsere Garderobenkräfte jeden Freitagabend mit einer Münzbox anfangen. Das passte einfach nicht mehr zusammen.“
Der Bruch in der Guest Journey
Für Gäste entsteht eine merkwürdige Situation. Sie betreten das Haus, scannen ihr Ticket digital, bestellen an der Bar per Karte, zahlen den Merch kontaktlos – und sollen dann an der Garderobe plötzlich nach Münzen suchen. Der Medienbruch ist offensichtlich. Und er fällt vor allem jüngeren Besuchergruppen auf, die oft gar kein Bargeld mehr bei sich tragen.
Die Folge: Ein Teil der Gäste verzichtet schlicht auf die Garderobe, weil der Bezahlvorgang umständlich ist. Jacken werden über Stühle gelegt, in Ecken gestopft oder in den Saal mitgenommen. Der Umsatz, der dabei verloren geht, ist schwer zu messen, aber er ist real. Und er lässt sich vermeiden.
Was passiert, wenn das Bargeld wegfällt
Locations, die ihre Garderobe auf kontaktlose Kartenzahlung umgestellt haben, berichten von einem ähnlichen Muster: Der Prozess wird schneller, die Abläufe einfacher, und die Nutzung der Garderobe steigt.
Das FZW in Dortmund hat diesen Schritt vollzogen. Seit der Umstellung auf ein digitales Garderobensystem mit kontaktloser Zahlung gibt es an der Garderobe kein Bargeld mehr. Kein Wechselgeld, keine Münzrollen, keinen Kassenabgleich am Ende des Abends. Das Personal konzentriert sich auf die Jackenabgabe und -rückgabe. Der Rest läuft digital.
Der Nebeneffekt: Parallel zur Umstellung konnte die Location den Garderobenpreis von 2,00 € auf 2,50 € anheben. Die Gäste haben es ohne Widerstand akzeptiert. Kein Kramen nach der passenden Münze, kein „Ich hab nur einen Fünfer“. Einfach Karte auflegen, fertig. Der Preisaufschlag ging im reibungslosen Bezahlvorgang unter.
Warum sich viele Häuser trotzdem schwertun
Wenn die Vorteile so deutlich sind, warum halten viele Locations am Bargeld fest? Die häufigsten Gründe: Bedenken gegenüber Gästen ohne Karte. Angst vor Beschwerden. Und das Gefühl, dass man den Gästen eine Zahlungsoption wegnimmt.
Diese Bedenken sind nachvollziehbar, aber sie verlieren an Substanz, wenn man sich die Zahlen anschaut. In Deutschland liegt der Bargeldanteil im stationären Handel bei unter 50 Prozent, Tendenz fallend. Bei jüngeren Zielgruppen, die einen Großteil des Eventpublikums ausmachen, liegt der Anteil bargeldloser Zahlungen deutlich höher. Wer an der Garderobe ausschließlich Bargeld akzeptiert, schließt nicht die Kartenzahler ein, er schließt die Bargeldlosen aus.
Für Häuser, die den Schritt nicht sofort komplett gehen wollen, gibt es hybride Modelle: Kartenzahlung als Standard, Barzahlung als Fallback. So lässt sich der Übergang gestalten, ohne Gäste vor den Kopf zu stoßen.
Was Betreiber jetzt mitnehmen können
- Bargeldhandling an der Garderobe kostet: nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und Nerven.
- Gäste erwarten konsistente Bezahlwege: wer im ganzen Haus digital zahlt, stolpert über eine Bargeld-Garderobe.
- Die Umstellung ist kein Großprojekt: digitale Systeme laufen auf vorhandener Infrastruktur.
- Ein Hybrid-Modell bietet einen sanften Einstieg für Häuser, die nicht sofort komplett umstellen wollen.
Die Garderobe muss keine letzte Bastion des Bargelds bleiben. Sie kann der nächste logische Schritt sein.
Neugierig, wie eine bargeldfreie Garderobe in Ihrem Haus aussehen kann? Das EVVC-Partnerunternehmen itemdrop unterstützt Veranstaltungsstätten beim Umstieg auf kontaktlose Garderobenprozesse, ob komplett bargeldlos oder im Hybrid-Modell.
Mehr Informationen: www.itemdrop.de
Kontakt: team@itemdrop.de