Quelle: Andreas Lander / MVGM
Die Hyparschale in Magdeburg hat mit dem Gewinn des Ernst & Sohn Ingenieurbaupreises 2026 den nächsten „Ritterschlag“ erhalten und ist bundesweit ins Rampenlicht gerückt. Der vom gleichnamigen Fachverlag vergebene Preis prämiert alle zwei Jahre herausragende Leistungen im konstruktiven Ingenieurbau in Deutschland.
Die Jury würdigte vor allem die Verbindung von denkmalgerechtem Erhalt, ressourcenschonender Bauweise und neuem Nutzungskonzept beim Projekt in der sachsen-anhaltischen Landeshautstadt. „Die Hyparschale zeigt, wie sich ein historisches Bauwerk mit innovativen Technologien zukunftsfähig entwickeln lässt“, freut sich Steffen Schüller, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft MVGM GmbH (Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg).
Aus Sicht des MVGM-Chefs unterstreicht die Auszeichnung damit nicht nur die ingenieurtechnische Qualität des Bauwerks, sondern auch seine Relevanz für aktuelle Anforderungen in der Eventbranche: „Das unterstützt die weitere Positionierung der Hyparschale am Markt“, so Schüller.
Das lange ungenutzte Bauwerk hat sich seit der Wiedereröffnung im Sommer 2024 zu einem überregional gefragten Standort für Tagungen, Kongresse und Ausstellungen entwickelt. Für Veranstalter bietet das hochmoderne Veranstaltungszentrum eine Umgebung, die sich bewusst von standardisierten Kongressflächen abhebt und zugleich hohe funktionale Anforderungen erfüllt. „Damit eignet sich die Hyparschale insbesondere für Formate, die Themen wie Innovation, Wissenschaft und Zukunft in den Mittelpunkt stellen und diese auch räumlich widerspiegeln wollen“, so Schüller.
Die vom berühmten Schalenbaupionier Ulrich Müther entworfene und 1969 am Magdeburger Elbufer errichtete Hyparschale zählt zu den markanten Ingenieurbauwerken des 20. Jahrhunderts. Im Zuge der Sanierung wurde auf Abriss oder konventionelle Verstärkung verzichtet. Stattdessen kam eine innovative Lösung mit Carbonbeton zum Einsatz. Eine rund einen Zentimeter dünne Schicht stabilisiert die Konstruktion nachhaltig und sichert die Tragfähigkeit, ohne die ursprüngliche Form zu verändern. Gleichzeitig wurden mit dieser Technologie Ressourcen geschont und Emissionen reduziert.
„Der stützenfreie Innenraum, die besondere Lichtführung durch die Glasfronten und die Einbindung in den Stadtpark Rotehorn eröffnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Kongresse, Ausstellungen und hybride Veranstaltungsformate“, so der MVGM-Geschäftsführer: „In Kombination mit der benachbarten Stadthalle, die derzeit umfassend modernisiert wird, sowie den angrenzenden Außenflächen entsteht ein Ensemble, das unterschiedliche Formate räumlich miteinander verknüpfen kann.“