Rettungsdialog der Veranstaltungsbranche im Finanzministerium: Olaf Scholz offen für weitergehende Hilfen

Veröffentlicht am 13.10.2020
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Rettungsdialog der Veranstaltungsbranche im Finanzministerium

Die Verbände der Veranstaltungswirtschaft und die Initiatoren des Bündnisses #AlarmstufeRot haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz die dramatische Situation ihres Wirtschaftszweigs am 12.10.2020 in Berlin dargestellt und schnelle Hilfsmaßnahmen gefordert. Über eine Million Erwerbstätige der Branche haben seit sieben Monaten kaum Einnahmen und jede Perspektive für die Zukunft fehlt. Betroffen sind Kulturveranstalter ebenso wie die Messe-, Kongress- und Tagungswirtschaft, die Betreiber von Spielstätten sowie zigtausende Dienstleistungsunternehmen des Veranstaltungsbereichs, Solo-Selbständige und Arbeitnehmer*innen.  

Die Branchenvertreter haben ausführlich dargelegt, wieso die beachtlichen Überbrückungspakete der Bundesregierung für die Rettung der Unternehmen des Veranstaltungsbereichs nicht passgenau sind und welche Optimierungen erforderlich seien. Nachgewiesene Kosten sollten bis zu 80% erstattet, die Deckelung von 50.000 € pro Monat aufgehoben werden. Zudem sollte die Eigenleistungen von Unternehmern als förderfähig anerkannt werden. Veranstaltungskosten, die aufgrund von durch Abstandsvorschriften reduzierten Kapazitäten anfallen, müssen ersetzt werden. Die bestehenden Kreditprogramme müssen u.a. durch Verlängerung der Rückzahlungsfristen angepasst werden. Der steuerliche Verlustvortrag muss ausgeweitet, die Antragstellung erleichtert werden. Vor allem brauchen Veranstalter für die Zukunft einen Ausfallfond für erneute pandemiebedingte Veranstaltungsausfälle, da Versicherungen derartige Risiken nicht mehr übernehmen.  

Der Minister teilte mit, dass der Politik die besondere Betroffenheit der Branche bewusst sei. Sein Ministerium werde die unterbreiteten Vorschläge und deren mögliche Umsetzbarkeit sorgfältig prüfen. Dazu will er bereits kurzfristig ein Folgegespräch mit der Branche führen. 

Als Vertreter der Verbände im Veranstaltungswesen waren vor Ort: Prof. Jens Michow, Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), Patrick Arens, Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute (BSM), Timo Feuerbach, Europäischer Verband der Veranstaltungscentren (EVVC), Jan Kalbfleisch, FAMAB Kommunikationsverband, Marcus Pohl, Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft (ISDV) und Helge Leinemann, Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT). Die Initiative #AlarmstufeRot wurde vertreten durch Sandra Beckmann, Christian Eichenberger und Christian Seidenstücker. Sie traten in den Rettungsdialog mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der parlamentarischen Staatssekretärin Sarah Ryglewski, Staatssekretär Wolfgang Schmidt und dem Chef der Regierungs-Taskforce Corona-Hilfe, Dr. Holger Fabig. 

www.evvc.org

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