Quelle: Forum Veranstaltungswirtschaft
Das Forum Veranstaltungswirtschaft hat heute Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Bundestages zu einem Parlamentarischen Frühstück eingeladen, um über die Zukunft des Messe- und Kongressstandorts Deutschland zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen die wachsenden Herausforderungen für eine Branche, die Innovation, Wirtschaftskraft und internationalen Austausch ermöglicht und zugleich erheblich zur Wertschöpfung in Deutschland beiträgt.
Messen und Kongresse gehören zu den wichtigsten Plattformen für Innovation, Wissenstransfer und wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch gerät Deutschland als international führender Messe- und Kongressstandort zunehmend unter Druck. Steigende Energie- und Personalkosten, bürokratische Hürden, langwierige Visa-Verfahren sowie fehlende Investitionsanreize schwächen die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Standorten.
Mit einem gemeinsamen Forderungskatalog appelliert das Forum Veranstaltungswirtschaft an die Bundespolitik, jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Handlungsfelder, welche fordern, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird, ein zentraler politischer Ansprechpartner geschaffen wird und die Standortbedingungen verbessert sowie Innovation und Investitionen gezielt gefördert werden.
„Messen und Kongresse bringen Menschen, Märkte und Ideen zusammen. Damit Deutschland seine internationale Spitzenposition behaupten kann, benötigt unsere Branche wieder verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Politik muss jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit Veranstalter auch künftig in Deutschland investieren und internationale Veranstaltungen hier stattfinden können“, erklärt Björn Sänger, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO).
Robert Ninnemann, Vorstand des Fachverbands Messen und Ausstellungen (FAMA), ergänzt: „Die Messewirtschaft ist ein zentraler Motor für Export, Innovation und Mittelstand. Wenn internationale Veranstaltungen künftig verstärkt in andere Länder abwandern, verliert Deutschland weit mehr als nur Besucherzahlen – es verliert wirtschaftliche Dynamik. Deshalb benötigen wir entschlossene Maßnahmen zur Stärkung des Standorts.“
René Tumler, Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC), betont: „Leistungsfähige Veranstaltungszentren sind ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Infrastruktur unseres Landes. Damit sie ihre Rolle als Orte für Innovation, Begegnung und Wertschöpfung weiterhin erfüllen können, benötigen sie verlässliche politische Rahmenbedingungen, moderne Infrastruktur und weniger bürokratische Belastungen. Die Veranstaltungswirtschaft verdient endlich einen festen Platz auf der politischen Agenda.“
Anlässlich des parlamentarischen Frühstücks betont auch Michael Köhler, Geschäftsführer RX Deutschland GmbH: „Als global tätiger Messeveranstalter sehen wir täglich, wie stark der internationale Wettbewerb um führende Veranstaltungsformate geworden ist. Deutschland hat mit seiner industriellen Stärke, Innovationskraft und leistungsfähigen Messeplätzen beste Voraussetzungen. Doch diese Position muss aktiv gesichert werden. Damit internationale Leitveranstaltungen auch in Deutschland künftig weiter wachsen können, braucht es wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen – für die ausstellende Wirtschaft wie für die Besucher, die aus der ganzen Welt zu unseren Veranstaltungen reisen.“
Das Forum Veranstaltungswirtschaft sieht in einem kontinuierlichen Dialog zwischen Politik und Branche eine wesentliche Voraussetzung, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nachhaltig zu sichern. Ziel des Parlamentarischen Frühstücks war es, konkrete Lösungsansätze mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zu diskutieren und die Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft als Zukunftsbranche stärker im politischen Bewusstsein zu verankern.
Das Forum Veranstaltungswirtschaft ist die Allianz sieben maßgeblicher Verbände des Wirtschaftsbereichs. Dazu zählen: der BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e. V.), der EVVC (Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e. V.), der FAMA (Fachverband Messen und Ausstellungen e. V.), die ISDV (Interessengemeinschaft der selbständigen Dienstleisterinnen und Dienstleister in der Veranstaltungswirtschaft e. V.), der LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland e. V.) und der VDVO (Verband der Veranstaltungsorganisatoren e. V.). Ziel der Allianz ist es, Netzwerke, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln, um damit und durch einen gemeinsamen Auftritt bei der politischen Lobbyarbeit noch schlagkräftiger zu sein. Der Zusammenschluss der wesentlichen Sektoren der Veranstaltungswirtschaft versteht sich ausdrücklich nicht als Dachverband. Jeder Partner vertritt die spezifischen Interessen seiner Mitglieder auch weiterhin unmittelbar. Die Schnittmengen der politischen Erwartungen der diversen Sektoren, wie der Kultur-, Kongress- und Tagungsveranstalter:innen, Veranstaltungsstätten, Veranstaltungsplaner:innen, Veranstaltungsdienstleister:innen und Schaustellerbetriebe sowie Hersteller:innen und Händler:innen von Event-Technik, sind jedoch groß und alle Teilbranchen sind eng miteinander verzahnt. Daher wird durch den Schulterschluss der Verbände die Wahrnehmung des Wirtschaftszweigs durch Politik und Öffentlichkeit erheblich erhöht.